Alexander Schöppner: Bayrische Sagen
MeistgelesenVerlag: Verlag Lothar Borowsky | Jahr: 1979
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Die Martinsgänse
Fast bis zu der Zeit, da die Altstadt Kemptens dem bayrischen Staat einverleibt wurde, mußte nach einem uralten Brauch der Spitalbäcker zu Kaufbeuren jedes Jahr am Martinstag Punkt zwölf Uhr mittags zu Pferd an der Illerbrücke eintreffen und zwei silberne Händleinpfennige nebst zwei Martinsgänsen mit sich bringen, einen der Pfennige ins Wasser werfen und den anderen beim Haus Nr. 226, wo der Stadtkirchner seine Ankunft erwartete, abgeben. Die Gänse durften, während er über die Brücke ritt, nicht schreien, sonst war die Gabe ungültig.