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Alexander Schöppner: Bayrische Sagen

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von Alexander Schöppner

Verlag: Verlag Lothar Borowsky | Jahr: 1979

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Kapitel 716

Das Kilianusbrünnlein zu Würzburg

In der unteren Gruft der Neumünsterer Kirche ist neben der Grabstätte des heiligen Kilian ein Brünnlein. Aus diesem Brünnlein soll der heilige Kilian mit seinen Gefährten getrunken haben, und der Herzog Gosbert von Ostfranken soll nebst den Seinigen mit dessen Wasser getauft worden sein. Obwohl dieses Brünnlein nur jedes Jahr einmal, am Kilianustag, benützt wird, wird sein Wasser doch niemals faul. Es soll gegen Augenweh gut sein und den Frauen ehelichen Segen bringen. Daher sagt man noch jetzt zu den Kindern, ihre Brüderlein und Schwesterlein seien aus dem Kilianusbrünnlein geholt worden.