Alexander Schöppner: Bayrische Sagen
MeistgelesenVerlag: Verlag Lothar Borowsky | Jahr: 1979
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Das eldernsche Marienbild zu Ottobeuren
In dem eine kurze Strecke von Kloster Ottobeuren entfernten Erlen- oder Eldernwald befand sich bis auf unsere Tage eine schöne Wallfahrtskirche mit dem aus Erde geformten Bild der Muttergottes, von dem niemand wußte, wie es in den Wald gekommen, bevor die Kirche erbaut worden war. Man erzählt davon folgendes:
Vor etlichen hundert Jahren hatte eine kranke Frauensperson vergeblich alle Mittel zur Wiedererlangung ihrer Gesundheit versucht, und da sie einmal im Gebet eine Stimme vernahm: »Willst du gesund werden, so steh auf und geh in das nächstgelegene Elderwäldlein, da wirst du an einem Elderbaum ein Muttergottesbild finden in sitzender Gestalt, vor dem dir geholfen werden soll«, so war sie schnell gehorsam, machte sich auf, fand das Bild an einem Baum, an dem schon so viele vorübergegangen waren und es nicht gesehen hatten. Sie warf sich im Gebet nieder und erlangte die Gesundheit. Darauf wurde über das Bild ein Kirchlein gebaut.
Einmal kam einem bösen Menschen der Gedanke, auf das Bild zu schießen; er fiel darauf tot zur Erde nieder.
Zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde die Kirche zerstört, das Bild aber wurde in die prachtvolle Klosterkirche Ottobeurens übersetzt.