Alexander Schöppner: Bayrische Sagen
MeistgelesenVerlag: Verlag Lothar Borowsky | Jahr: 1979
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Die lichten Steine
Inmitten des Steinschutts der Burgruine Lichtenstein erheben sich hochragend zwei Felsenblöcke über dem Boden, und es geht die Sage, daß diese seit undenklichen Zeiten in dieser Stellung gestanden wären, nämlich einer dicht über den anderen gelehnt und geneigt, ohne daß einer den anderen berührt und so dem Licht zwischen sich freie Bahn lassend. Davon soll nun auch der Namen der Lichtensteiner sowie ihr Wappen herrühren, das zwei weiße gezackte Steine im roten Feld, deren Spitzen sich nicht berühren, zeigt.
Man sagt, solange diese Steine ständen, werde das Geschlecht nicht gänzlich erlöschen und so lange sei der alten Burg Wiederaufbau zu hoffen. Noch ist auch das Geschlecht der Freiherren von Lichtenstein nicht erloschen; doch gingen die meisten der ehemaligen Besitzungen in fremde Hände über, und viele wurden Eigentum der Grafen von Ortenburg, Rotenhan u. a.