Der Zerr-Spiegel
Verlag: Alexander Duncker Verlag
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Bücher
Viele Bücher sind erschienen,
groß ist der Poeten Zahl.
Wie verhält man sich zu ihnen?
Man sortiert sie erst einmal.
Das Reisebuch:
Es führt dich in die Ferne weit,
in Länder, da du nie gewesen.
Doch brauchst du's nicht zur Ferienzeit,
du darfst es auch im Winter lesen.
Der Liebesroman:
Der Buchumschlag zeigt in Pastell
ein engelzartes Märchenmädchen.
Ein solches Buch ersteht dann schnell
ein jedes Hänschen für sein Gretchen
(Und umgekehrt – eventuell).
Das Gedichtbuch:
Es ist das Stiefkind unter allen
den Büchern, die ans Licht sich wagen.
Und doch wird's manchem etwas sagen,
ja, wohl am besten gar gefallen.
Der historische Roman:
Er ist jetzt wieder sehr geschätzt.
Teils sachverständig, teils verwundert
erlebt der gute Leser jetzt
manch längst versunkenes Jahrhundert.
Der Kriminalroman:
Man soll ihn nicht sogleich verwerfen.
Gewiß, oft blinken wild die Dolche.
Doch kann man seinen Geist auch schärfen,
und viele Leute brauchen solche
Lektüre … Denn, wie sie gestehn:
was nie geschieht, das liest sich schön.
Das Drama:
Jawohl, man kann auch Dramen lesen,
das ist schon immer so gewesen,
es sprach sich nur nie recht herum.
Versuch es einmal, Publikum!
Das Parodienbuch:
Hier ist, was eben aufgeführt,
beisammen – kurz und komprimiert.
Der Dichter redliches Bemühen
zerrspiegeln grausam Parodien.