Roda Roda und die vierzig Schurken
MeistgelesenVerlag: Paul Zsolnay Verlag | Jahr: 1932
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Musik
»Meister, welche Methode des Gesangsunterrichtes halten Sie für die beste?«
»Die, wo das Honorar im vorhinein gezahlt wird.«
*
Der Herr Kapellmeister hatte eine Operette komponiert – die Partitur lag hochaufgeschichtet auf dem Schreibtisch.
Da geschah es, daß Mimi, das Äffchen der Frau Kapellmeisterin, auskam, auf den Tisch kletterte und die Partitur in Atome zerriß.
Kapellmeisters kamen heim und sahen die Bescherung.
Er wollte Mimi erdrosseln.
Die Kapellmeisterin aber legte ihm die Hand auf die Schulter und sprach gütig:
»Franzi! Sei net gach! Es wiiird dir schon wieder was einfallen.«
*
In München war ein junger Musiker, den lernte eines Tages eine steinreiche Amerikanerin kennen und lieben – und als Morgengabe schenkte sie ihm eine Stradivarius.
Wir in der Schwabinger Kneipe hörten davon und gratulierten ihm; tranken ihm zu – und endlich baten wir ihn, uns auf der Stradivarius was vorzuspielen. Er ging heim und holte die Geige.
Nach dem Largo von Händel spendete ein Justizrat drei Runden Weinbrand.
Auf die Träumerei von Schumann gab es Sekt und Gin.
Caprice von Paganini: Whisky, Bocksbeutel, roten Dalmatiner.
Um fünf Uhr morgens, überglücklich kroch der Musiker auf allen Vieren heim und zog die Stradivarius an der G-Saite im Dreck hinter sich her.