Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Tor und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte an diesen Pfosten sich vorbei, das Haus zerfiel, das Tor bestand – heut öffnet es die Flügel weit.
Auf diesen alten Schwellen lag manch träger Staub – heut aber sollen braundurchwobne Purpurdecken die grauen Quadern tauchen in den Strom der Seide und einer Herrin wunderzarte Füße sollen die großen Wandelsteine scheu auftretend segnen . . .
Es träumt der Herbst sein reiches Fest. Es herrscht am See der weißen Chrysanthemen spätgeborne Pracht und jener dunkelroten Blätter Überfluß, der wie ein Mantel auf den morschen Mauern liegt – Wo die Zypressen dort im Abendlichte glühn, erscheint ihr Grün von Fäden dunklen Golds durchwirkt . . .
Die reinen Stufen schreit ich Fragender hinab.
Otto Erich Hartleben: Gedichte · Otto Erich Hartleben
Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Tor und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte an diesen Pfosten sich vorbei, das Haus zerfiel, das Tor bestand – heut öffnet es die Flügel weit.
Auf diesen alten Schwellen lag manch träger Staub – heut aber sollen braundurchwobne Purpurdecken die grauen Quadern tauchen in den Strom der Seide und einer Herrin wunderzarte Füße sollen die großen Wandelsteine scheu auftretend segnen . . .
Es träumt der Herbst sein reiches Fest. Es herrscht am See der weißen Chrysanthemen spätgeborne Pracht und jener dunkelroten Blätter Überfluß, der wie ein Mantel auf den morschen Mauern liegt – Wo die Zypressen dort im Abendlichte glühn, erscheint ihr Grün von Fäden dunklen Golds durchwirkt . . .