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Otto Erich Hartleben: Gedichte

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von Otto Erich Hartleben

Verlag: S. Fischer Verlag | Jahr: 1911

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Kapitel 136

Pierrot und der Esel

Nach Albert Giraud

Verträumt in seine Wunderwelt der Toren,
wähnt sich Pierrot in tiefen Wald vertrieben,
verlassen und verfehmt von seinen Lieben,
auf ewig in die Einsamkeit verloren.

Zu Haß und Leiden glaubt er sich geboren,
der Freunde Schwarm sah er wie Spreu zerstieben:
einzig sein Esel ist ihm treu geblieben
und schlägt den Verstakt mit den langen Ohren.

Und wie das Tier auf seine weißen Glieder
die Augen richtet, diese dummen Augen,
voll so viel müder, seelenreiner Güte –

da taucht sein Herz in diese Augen nieder:
voll Demut will er aus den Tiefen saugen
zornloses Glück und Frieden dem Gemüte.