Es dunkelte schon im Tal. – Das Schloß am Berge stand gespenstisch groß im gelben Abendsonnenschein. Doch gegenüber auf dem Friedhof, der sich rings mit weißer Mauer um die alte Kirche schloß, ausbreitete still sich eine blaue, kühle Luft.
Und an den Gräbern gingen wir entlang. Sie zog den Arm aus meinem Arm. – An jedem Kreuze hing ein rostiges Becken voller Wasser und sie stieß ein jedes Becken leise an und goß daraus auf jedes Grab . . .
Dann sah sie mich mit einem ernsten Lächeln an und sprach: die Stunde ist den armen Seelen lieb.
Otto Erich Hartleben: Gedichte · Otto Erich Hartleben
Es dunkelte schon im Tal. – Das Schloß am Berge stand gespenstisch groß im gelben Abendsonnenschein. Doch gegenüber auf dem Friedhof, der sich rings mit weißer Mauer um die alte Kirche schloß, ausbreitete still sich eine blaue, kühle Luft.
Und an den Gräbern gingen wir entlang. Sie zog den Arm aus meinem Arm. – An jedem Kreuze hing ein rostiges Becken voller Wasser und sie stieß ein jedes Becken leise an und goß daraus auf jedes Grab . . .
Dann sah sie mich mit einem ernsten Lächeln an und sprach: die Stunde ist den armen Seelen lieb.