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Montesquieu's Persische Briefe

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von Montesquieu

Verlag: Verlag von Philipp Reclam jun. | Jahr: 1884 | Übersetzer: Eduard Bertz

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Kapitel 162

Hundertundachtundfünfzigster Brief. Zelis an Usbek in Paris.

Tausend Meilen bist Du fern von mir, und Du erklärst mich für schuldig; tausend Meilen bist Du fern von mir, und mich trifft Deine Strafe.

Möge ein barbarischer Eunuch seine verächtlichen Hände an mich legen; er vollzieht ja Deinen Befehl. Der Tyrann ist es, der mich beschimpft, nicht der Scherge seiner Tyrannei.

Verdopple nur ganz nach Deinem Gutdünken Deine harte Behandlung. Mein Herz bleibt dabei ruhig, da es Dich nicht mehr lieben kann. Deine Seele entwürdigt sich, und Du wirst grausam. Sei versichert, daß Du nicht glücklich bist. Lebe wohl.

Im Serail zu Ispahan, am 2. des Mondes Maharram, 1720.