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Montesquieu's Persische Briefe

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von Montesquieu

Verlag: Verlag von Philipp Reclam jun. | Jahr: 1884 | Übersetzer: Eduard Bertz

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Kapitel 154

Hundertundfünfzigster Brief. Usbek an Narsit im Serail zu Ispahan.

Unglücksmensch, der Du bist, in Deinen Händen befindet sich ein Schreiben voll dringender und strenger Befehle! Die geringste Verzögerung kann mich zur Verzweiflung treiben, und indessen bleibst Du unter einem eitlen Vorwand ruhig und gelassen! Es geschehen gräuliche Dinge; vielleicht verdient die Hälfte meiner Sklaven den Tod. Ich sende Dir hiermit den Brief, wodurch mich der Oberste der Verschnittenen, ehe er starb, über alles dies in Kenntnis gesetzt hat. Hättest Du das an ihn gerichtete Packet geöffnet, so würdest Du blutige Befehle darin gefunden haben. Lies also nun diese Befehle; und Dein Leben ist verwirkt, wenn Du sie nicht vollstreckst.

***, am 25. des Mondes Chalval. 1718.