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Kapitel
1. Titelseite
2. Kapitel 2
3. (1) Wie Künig Romreich sein Gemahel mit Tod abgieng
und im
im: ihm. allein ein einige Tochter verließ
verließ: hinterließ., genannt
Erenreich, und er von seinen Räten si zů verheiraten angestrengt
ward.
4. (2) Wie der Künig Romreich Rat hielt und einen Fürsten
seiner Tochter zů elichem Gemahel erwölt, doch den
vor seinem Tod nit öffen
offen: offenbaren. wollt.
5. (3) Wie der Künig Romreich sein Leben in einem Garten
enden wollt und zůvor den benennt, so er seiner Tochter
zů Mann erwölt hat.
6. (4) Wie der alt Ritter des Künigs Romreichs Tod seinen
Räten verkundt
verkundt: verkündete., die das der Tochter auch zů wissen tůn,
und welcher Maßen der Künig bestett ward.
7. (5) Wie die Künigin Ernreich mit sambt irer Landschaft
und Räten den alten Ritter verhort und wes si sich darauf
entschloß.
8. (6) Wie die Künigin den Boten abfertiget, den edlen
Held Teurdank allenthalben zů suchen.
9. (7) Wie drei Hauptleut verdruß, daß die Künigin nach
dem edlen Teurdank schicket, und understůnden sich,
den Helden in das Land nicht zů lassen.
10. (8) Wie der Bot den edlen Teurdank fand und im der
Künigin Brief antwort
antwort: überreichte..
11. (9) Wie der edel Teurdank seinem Vater dem Künig
und der Künigin Schreiben solich Reis verkündet, und er
im Underweisung und Leer gab.
12. (10) Wie der bös Geist zů dem edlen Teurdank in verkerter
Gestalt kam und in gern von dem rechten Weg
gebracht hett.
13. (11) Wie Teurdank mit dem Ernhold aus seinem Land
zog und an den ersten Paß, den Fürwittig innen hett,
kam.
14. (12) Wie Teurdank zů dem ersten Paß kam, darauf
Fürwittig saß, und wie es im ergieng.
15. (13) Wie der Fürwittig den Held Teurdank in ein
Gferlicheit mit einem Hirschen fûret.
16. (14) Wie Fürwittig den Held Teurdank aber in ein andre
Geferlicheit fûret mit einer Birin
Birin: Bärin..
17. (15)Wie Fürwittig den edlen Teurdank auf ein Jembsen
Jeid fûren ließ.
18. (16) Wie Teurdank durch Fürwittig aber in ein Geferlicheit
mit einem Löwen gefûrt ward.
19. (17) Wie Fürwittig den Held Teurdank abermals in ein
Geferlicheit mit einem Schwein fûret.
20. (18) Wie Teurdank durch Fürwittig abermalen auf ein
fast sorglich
sorglich: gefährlich. Gembsen Gejeid gefûrt ward.
21. (19) Fürwittig dem edlen Teurdank abermalen riet, sich
in ein Geferlicheit mit einem Swein zů geben.
22. (20) Abermalen ein groß Geferlicheit, darein der edel
Fürst Herr Teurdank durch Anweisung Fürwittig gefûrt
ward auf eim Gembsen Jeid.
23. (21) Wie Fürwittig den edlen Teurdank aber in ein
andre Geferlicheit fûret mit einem Palierrad.
Palierrad: Polier-, Schleifrad.
24. (22) Ein andre Geferlicheit, darein Fürwittig den edlen
Teurdank fůrt an einem Gembsenjeid.
25. (23) Wie Fürwittig den edlen Teurdank auf einem Eis
ertrenkt haben wollt.
26. (24) Wie der edel Teurdank den bösen Fürwittig schlůg,
und er im entrann.
27. (25) Wie Teurdank an den andern Paß, den Unfallo
der Haubtmann innenhett, kam, und welchermaßen er
von im empfangen ward.
28. (26) Wie Unfallo Teurdank ein Geferlicheit zůfûget an
einer Stiegen, daran er sich sollt erfallen han.
29. (27) Wie Unfallo den edlen Teurdank in ein andre
Geferlicheit mit einem großen Beren fûret.
30. (28) Wie Unfallo Teurdank abermalen in ein groß Geferlicheit
fûret auf einem faulen Tram
Tram: Balken..
31. (29) Wie Unfallo den Teurdank in ein geferlichen Fall
auf einem Eis fûret.
32. (30) Wie der Teurdank sich selbs tädlich beschedigt haben
sollt auf dem Pirschen aus Anweisung des bösen Unfallo.
33. (31) Wie der edel Teurdank hett sich am Durchlassen
vergessen, wollt einen Bickensprung
Bickensprung: vermutlich Stabsprung. am höchsten Gebürg
getan haben, aber durch eines Jegers Anschreien ward er
vor Schaden verhût.
34. (32) Wie der edel Teurdank durch die Größ eines Segels
ein groß Not leit, darvon er sich und die andern durch
Unerschrockenlicheit erlediget.
35. (33) Wie Teurdank aus Anleitung Unfallo eim Hirschen
eilunds nachrennet und in solichen Rennen über
einen Rain ein unnatürlichen hohen Sprung tet mit sambt
dem Pferd.
36. (34) Wie dem Teurdank Unfallo hett ein Stahel
Stahel: Armbrustbogen aus Stahl. gelihen,
der am Schießen zerbrach und im sein Birett vom
Haubt schlůg und ein andern hart verwundet.
37. (35) Den edlen Teurdank übereilt ein Schwein im Absteen
Absteen: Absteigen.,
můßt den einen Fůß im Stegreif behalten und
also das Schwein stechen.
38. (36) Wie Unfallo Teurdank in ein andre Geferlicheit
fûret under ein Schneleen
Schneleen: Schneelawine..
39. (37) Wie auf den edlen Teurdank am Gembsenjeid ein
großer Stein gieng, der im seinen Hůt vom Haubt schlůg.
40. (38) Wie Teurdank durch Anweisung Unfallo sich an
seim eigen Schwert beschedigt sollt haben an einem
Schweingejeid.
41. (39) Wie Unfallo Teurdank in ein ander Geferlicheit
mit einer Büchsen fûrt.
42. (40) Wie den edlen Teurdank durch Anschickung Unfallo
ein Leithund auf einem scharpfen Gebürg nahend
erworfen hett.
43. (41) Wie under dem Teurdank seinem Pferd ein Fůß
ward durch ein Schwein abgeschlagen, und er doch das
umbbracht.
44. (42) Wie Unfallo den Teurdank in ein ander Geferlicheit
fûret mit zweien Leoben.
45. (43) Ein große Wassernot, so der edel Teurdank leit,
daß der Wind das Wasser in das Scheff heftig schlůg und
das Volk am Land niderknieten, Gott für in zů bitten,
der im auch aus
aus: heraus. half.
46. (44) Wie der edel Teurdank durch Anweisung Unfallo
sich selbs nahend hart heschedigt hett auf einem Hirschen
Pirschen.
47. (45) Wie der falsch Unfallo den Teurdank zů einer tiefen
Wasserrunsen
Wasserrunsen: Wasserlauf. fûren ließ, darein er schier gefallen
wer.
48. (46) Wie Unfallo Teurdank Winterszeit in ein Geferlicheit
auf eim gefrorn Wasser fûret, und im das Eis sein
Scheff zerschneit in eim großen Sturmwind.
49. (47) Wie Unfallo den Teurdank auf ein Platten fûrt,
darauf das Pferd under im fiel, und er sich durch sein
Besunnenheit vor Schaden bewart.
50. (48) Wie Unfallo den edlen Teurdank in ein groß Geferlicheit
mit einem Beren fûrt.
51. (49) Wie Unfallo den Teurdank auf eim Gembsenjeid
in einem Regen füeret, darvon die Stein bewegt wurden,
der einer im bed Sporradern brennt, doch er sich des Falls
enthielt.
52. (50) Wie Unfallo den edlen Teurdank in ein andre
Geferlicheit mit einer Schlangenbüchsen fûrt.
53. (51) Wie Unfallo Teurdank ein Roß schenkt, darauf er
sich zů Tod sollt gefallen han.
54. (52) Wie Teurdank aus Unfallo Anschickung das Wetter
erschlagen haben sollt.
55. (53) Wie der edel Teurdank durch Unfallo an ein
Gembsenjeid gesandt ward, daselbs in die Stein sollten
tot geschlagen haben. Aber es felt der Anschlag, dann si
trafen seinen Jegerknecht.
56. (54) Wie der edel Teurdank durch den Unfallo in ein
Stechen beret
beret: beredet, gebracht. ward und wie er sich durch sein Sterk und
Besindlicheit vor Schaden verhüet.
57. (55) Wie der edel Teurdank durch Anweisung des falschen
Unfallo auf einem Gembsenjeid abermalen ein Geferlicheit
überstund, dann im ein Stein nach überab
geschlagen hett.
58. (56) Wie den Teurdank auf dem Gemsenjeid am Ablassen
der Wind erhůb und überaus wollt geworfen haben,
des er sich aber durch sein Schicklicheit
Schicklicheit: Geschicklichkeit. enthielt.
59. (57) Teurdank der begab sich in ein merklich Geferlicheit
mit einer Hakenbüchsen aus Reizung Unfallo.
60. (58) Teurdank der sollt in einem Kriegscheff durch die
List Unfallo von dem Pulver verdorben sein.
61. (59) Wie der edel Teurdank auf einem Gembsenjeid fiel
und im Fall durch sein Besunnenheit sich an einem Baum
auf hielt.
62. (60) Wie der edel Teurdank durch einen Narren aus
Anweisung Unfallo in einer Kammer verbrennt sollt sein
mit Pulver.
63. (61) Der Teurdank ward auf einem Schweinjeid durch
ein Schwein verletzt, und im sein Pferd under sein zůtod
gestoßen aus Bewegung Unfallo.
64. (62) Dem edlen Teurdank entweichen sein Eisen auf einer
misigen
misig: moosig. Platten, und allein ein Zünk, der haftet, behielt
in bei seinem Lebe, wiewol sich der seer krummet.
65. (63) Der edel Teurdank sollt aus Anweisung Unfallo in
einen Brunnen gefallen sein, das doch Gott verhût.
66. (64) Teurdank der leit ein merklich Not in einem tiefen
Tümpfel
Tümpfel: Strudel. am Zůlenden
Zůlenden: Landen. bei einer großen Stadt.
67. (65) Wie dem Teurdank ein Scheff, darauf er fůr, durch
ein ander Scheff mitten zerspalten ward und er groß Geferlicheit
litt, bis er zů Land kam.
68. (66) Wie der edel Teurdank durch Unfallo Befelch auf
ein hoch Gebirg gefûrt ward und sollt über ein Schneerisen
Schneerisen: Schneelawine.
geen, darüber er den Jeger schicket, der herab fiel,
und Teurdank gieng ein andern Weg.
69. (67) Wie Teurdank sich einer Krankheit fristet über und
wider der Arzt und Unfallo Rat.
70. (68) Ein merklichen Fall, so der edel Teurdank einem
Schwein nach auf einem Eis tet durch Geheiß des Unfallo,
daß im sein Schwert in drei Stuck brach.
71. (69) Abermalen ward ein Jeger zůnechst bei dem Teurdank
von einem Stein auf dem Gembsenjeid getroffen,
den der Held behielt, sonst hett er sich zů Tod gefallen.
72. (70) Der edel Teurdank, über das all Erzt in seiner
Krankheit ab seinem Leben verzagt hetten, aus unerschrocklichem
Gemůt mit großer Gefar macht er sich gesund.
73. (71) Wie den Teurdank ein geschoßner Gembs aus einer
Wand sollt geworfen haben.
74. (72) Abermalen leit der edel Teurdank ein große Wassernot
durch einen graussamen Sturmwind.
75. (73) Wie den Teurdank der Unfallo in einer hülzen
Stuben verbrennt haben wollt.
76. (74) Wie der Teurdank Unfallo umb seiner Mißhandlung
willen von im jagt.
77. (75) Wie der berûmbt Held Teurdank an dritten Paß, den
Neidelhart innhett, kumbt, und was im für Geferlicheiten
begegneten.
78. (76) Der sighaft Held Teurdank ward durch heimlich Verreterei
Neidelharts under ein groß Geschütz gefûrt zů
Scheff.
79. (77) Wie der teurlich Held Teurdank durch Anschickung
des Neidelharts eins sorglichen Kampf tet und den gewann.
80. (78)
Wie der edel Held Teurdank ward von dem Dunst
einer Eisenkugel hart geschlagen, dann Neidelhart hetts
zůgericht, daß er sollt erschossen werden.
81. (79) Wie der adenlich Held Teurdank durch Verreterei
Neidelharts sollt an eim Scharmützel erschossen worden
sein.
82. (80) Wie dem teurlichen Held Teurdank sein Pferd
durch den Hals geschossen ward, auch aus Anrichten des
Neidelharts.
83. (81) Wie Neidelhart den mandlichen Held Teurdank an
die Feind schickt, und er sollt im mit dem Haufen nach
gedruckt sein, das er nit tet, darab der Held schier Not
gelitten hett.
84. (82) Wie der unerschrockenlich Held Teurdank ein Küriser
aus den zweien fieng, die von dem Neidelhart bestellt
worden, den Held zů erwirgen, und in doch allein nicht
dorften angreifen.
85. (83) Wie etlich Kürriser auf den besonnen Held Teurdank
geschickt wurden, in zu erwürgen, der er sich durch
sein Mannheit aber erwert und wundet ir etlich.
86. (84) Wie abermalen under dem freidigen Held Teurdank
sein Pferd erschossen ward durch Verreterei des
Neidelharts.
87. (85) Der küen Held Teurdank errennt einen Kürriser,
der in tot zů rennen bestellt was.
88. (86) Wie der edel, milt Held Teurdank in seiner
Kammer ermordt sein sollt.
89. (87) Wie der hochberûmbt Held Teurdank von etlichen
Knechten mit gezogen Weren angriffen ward, der er sich
durch sein Geschicklicheit erwert in einer Romor
Romor: Tumult..
90. (88) Wie sich Teurdank, der unerschrocken Held, in einer
Besetzung treffenlichen wert und sovil erschoß, daß si
můßten abziehen.
91. (89) Wie der sighaft Held Teurdank abermalen einen
Kürriser zůtod rennt, der vom Neidelhart bestellt was,
im solichs zů tun.
92. (90) Wie der adenlich Held Teurdank durch sein besonnene
Geschicklicheit hundert und etlich Mann selb
vierzehend
selb vierzehend: zusammen dreizehn. fieng, so in erlegt sollten haben.
93. (91) Wie der trutzlich Held Teurdank durch Neidelharts
Verreterei sollt aus einer Stadt erworfen sein worden.
94. (92) Wie der Held Teurdank abermalen einen Kürriser
errennt, der auf in gestift was durch den bösen Neidelhart,
in umbzůbringen.
95. (93) Wie der küen, edel Held Teurdank an einem Streif
vil der Feind umbracht.
96. (94) Wie der hochberûmbt Held Teurdank an einem
Schanzen erworfen sein sollt.
97. (95) Wie dem mandlichen Held Teurdank durch den
Neidelhart selb Geschoß gelegt waren, daran er sich sollt
verletzt haben, dem er aber durch Gotts Hilf und getreu
Warnung entgieng.
98. (96) Wie dem freidigen, edlen Held Teurdank im Essen
sollt vergeben
vergeben: Gift gegeben.) worden sein, darvor er aber gewarnet
ward.
99. (97) Wie der unverzagt Held Teurdank Neidelhart umb
seiner bösen Handlung willen von im jagt.
100. (98) Wie der tugendsam Held Teurdank zů der Künigin
Ernreich kam, und welcher Maß er von ir empfangen
ward.
101. (99)
Wie ein falscher neuer Rat durch die drei Haubtleut
Fürwittig, Unfallo und Neidelhart wider den Held
Teurdank beschlossen ward.
102. (100) Wie der wolkünnend Held Teurdank vor der
Künigin von sechs Rittern, Ritterspil zů treiben, angesprochen
ward.
103. (101) Wie Teurdank, der edel Held, mit dem ersten
Ritter scharpf rennet.
104. (102) Wie der mandlich Held Teurdank mit dem
andern Ritter ein Turnier zů Fůß tet und in überwand.
105. (103) Wie der unverzagt Held Teurdank des andern
Tags mit dem dritten Ritter über die Balgen
über die Balgen ... stach: Lanzenstechen trieb. auf welsch
stach.
106. (104) Wie Teurdank der Held mit dem vierten Ritter
kempfte zů Fůß und in absiget.
107. (105) Wie Teurdank, der trutzlich Held, mit dem fünften
Ritter des dritten Tags deutsch stach.
108. (106) Wie der adenlich Held Teurdank mit dem sechsten
Ritter stritt und im oblag.
109. (107) Wie der adenlich Held Teurdank umb seiner
gůten Getat willen von der Künigin Erenreich mit einem
Kranz von Lauro
Lauro: zu Laurus: Lorbeer. gekrönt ward.
110. (108) Wie der Ernhold die drei Haubtleut Fürwittig,
Unfallo und Neidelhart vor der Künigin umb ir Bosheit
willen verklagt und Rechtens wider si begert.
111. (109) Wie die drei bemelten Haubtleut für Gericht
gestellt und verurtalt warden.
112. (110) Wie Fürwittig umb sein Mißhandlung mit dem
Schwert gericht ward.
113. (111) Wie Unfallo gehenkt ward.
114. (112) Wie Neidelhart ward zů Tod geworfen.
115. (113) Wie die Künigin Ernreich noch ein Sach an den
hochberûmbten Held Teurdank, die er tun sollt, werben
ließ, und die Botschaft dem Ernhold befolhen ward.
116. (114) Wie der Ernhold sein Botschaft an den Teurdank
wirbt.
117. (115) Wie dem Held Teurdank ein englischer Geist erschin
und im riet, er sollt der Künigin Beger Folg tun.
118. (116) Wie der verrûmbt Held Teurdank der Künigin
Ernreich ir Begern zů vollziehen zůsagt, und zwischen in
die Ee auf sein Widerkunft beschlossen ward.
119. (118) Der Beschluß diser Histori von dem mandlichen
und gluckhaftigen Held Teurdank.
120. Kapitel 120
Kapitel
1
Titelseite
2
Kapitel 2
3
(1) Wie Künig Romreich sein Gemahel mit Tod abgieng
und im
im: ihm. allein ein einige Tochter verließ
verließ: hinterließ., genannt
Erenreich, und er von seinen Räten si zů verheiraten angestrengt
ward.
4
(2) Wie der Künig Romreich Rat hielt und einen Fürsten
seiner Tochter zů elichem Gemahel erwölt, doch den
vor seinem Tod nit öffen
offen: offenbaren. wollt.
5
(3) Wie der Künig Romreich sein Leben in einem Garten
enden wollt und zůvor den benennt, so er seiner Tochter
zů Mann erwölt hat.
6
(4) Wie der alt Ritter des Künigs Romreichs Tod seinen
Räten verkundt
verkundt: verkündete., die das der Tochter auch zů wissen tůn,
und welcher Maßen der Künig bestett ward.
7
(5) Wie die Künigin Ernreich mit sambt irer Landschaft
und Räten den alten Ritter verhort und wes si sich darauf
entschloß.
8
(6) Wie die Künigin den Boten abfertiget, den edlen
Held Teurdank allenthalben zů suchen.
9
(7) Wie drei Hauptleut verdruß, daß die Künigin nach
dem edlen Teurdank schicket, und understůnden sich,
den Helden in das Land nicht zů lassen.
10
(8) Wie der Bot den edlen Teurdank fand und im der
Künigin Brief antwort
antwort: überreichte..
11
(9) Wie der edel Teurdank seinem Vater dem Künig
und der Künigin Schreiben solich Reis verkündet, und er
im Underweisung und Leer gab.
12
(10) Wie der bös Geist zů dem edlen Teurdank in verkerter
Gestalt kam und in gern von dem rechten Weg
gebracht hett.
13
(11) Wie Teurdank mit dem Ernhold aus seinem Land
zog und an den ersten Paß, den Fürwittig innen hett,
kam.
14
(12) Wie Teurdank zů dem ersten Paß kam, darauf
Fürwittig saß, und wie es im ergieng.
15
(13) Wie der Fürwittig den Held Teurdank in ein
Gferlicheit mit einem Hirschen fûret.
16
(14) Wie Fürwittig den Held Teurdank aber in ein andre
Geferlicheit fûret mit einer Birin
Birin: Bärin..
17
(15)Wie Fürwittig den edlen Teurdank auf ein Jembsen
Jeid fûren ließ.
18
(16) Wie Teurdank durch Fürwittig aber in ein Geferlicheit
mit einem Löwen gefûrt ward.
19
(17) Wie Fürwittig den Held Teurdank abermals in ein
Geferlicheit mit einem Schwein fûret.
20
(18) Wie Teurdank durch Fürwittig abermalen auf ein
fast sorglich
sorglich: gefährlich. Gembsen Gejeid gefûrt ward.
21
(19) Fürwittig dem edlen Teurdank abermalen riet, sich
in ein Geferlicheit mit einem Swein zů geben.
22
(20) Abermalen ein groß Geferlicheit, darein der edel
Fürst Herr Teurdank durch Anweisung Fürwittig gefûrt
ward auf eim Gembsen Jeid.
23
(21) Wie Fürwittig den edlen Teurdank aber in ein
andre Geferlicheit fûret mit einem Palierrad.
Palierrad: Polier-, Schleifrad.
24
(22) Ein andre Geferlicheit, darein Fürwittig den edlen
Teurdank fůrt an einem Gembsenjeid.
25
(23) Wie Fürwittig den edlen Teurdank auf einem Eis
ertrenkt haben wollt.
26
(24) Wie der edel Teurdank den bösen Fürwittig schlůg,
und er im entrann.
27
(25) Wie Teurdank an den andern Paß, den Unfallo
der Haubtmann innenhett, kam, und welchermaßen er
von im empfangen ward.
28
(26) Wie Unfallo Teurdank ein Geferlicheit zůfûget an
einer Stiegen, daran er sich sollt erfallen han.
29
(27) Wie Unfallo den edlen Teurdank in ein andre
Geferlicheit mit einem großen Beren fûret.
30
(28) Wie Unfallo Teurdank abermalen in ein groß Geferlicheit
fûret auf einem faulen Tram
Tram: Balken..
31
(29) Wie Unfallo den Teurdank in ein geferlichen Fall
auf einem Eis fûret.
32
(30) Wie der Teurdank sich selbs tädlich beschedigt haben
sollt auf dem Pirschen aus Anweisung des bösen Unfallo.
33
(31) Wie der edel Teurdank hett sich am Durchlassen
vergessen, wollt einen Bickensprung
Bickensprung: vermutlich Stabsprung. am höchsten Gebürg
getan haben, aber durch eines Jegers Anschreien ward er
vor Schaden verhût.
34
(32) Wie der edel Teurdank durch die Größ eines Segels
ein groß Not leit, darvon er sich und die andern durch
Unerschrockenlicheit erlediget.
35
(33) Wie Teurdank aus Anleitung Unfallo eim Hirschen
eilunds nachrennet und in solichen Rennen über
einen Rain ein unnatürlichen hohen Sprung tet mit sambt
dem Pferd.
36
(34) Wie dem Teurdank Unfallo hett ein Stahel
Stahel: Armbrustbogen aus Stahl. gelihen,
der am Schießen zerbrach und im sein Birett vom
Haubt schlůg und ein andern hart verwundet.
37
(35) Den edlen Teurdank übereilt ein Schwein im Absteen
Absteen: Absteigen.,
můßt den einen Fůß im Stegreif behalten und
also das Schwein stechen.
38
(36) Wie Unfallo Teurdank in ein andre Geferlicheit
fûret under ein Schneleen
Schneleen: Schneelawine..
39
(37) Wie auf den edlen Teurdank am Gembsenjeid ein
großer Stein gieng, der im seinen Hůt vom Haubt schlůg.
40
(38) Wie Teurdank durch Anweisung Unfallo sich an
seim eigen Schwert beschedigt sollt haben an einem
Schweingejeid.
41
(39) Wie Unfallo Teurdank in ein ander Geferlicheit
mit einer Büchsen fûrt.
42
(40) Wie den edlen Teurdank durch Anschickung Unfallo
ein Leithund auf einem scharpfen Gebürg nahend
erworfen hett.
43
(41) Wie under dem Teurdank seinem Pferd ein Fůß
ward durch ein Schwein abgeschlagen, und er doch das
umbbracht.
44
(42) Wie Unfallo den Teurdank in ein ander Geferlicheit
fûret mit zweien Leoben.
45
(43) Ein große Wassernot, so der edel Teurdank leit,
daß der Wind das Wasser in das Scheff heftig schlůg und
das Volk am Land niderknieten, Gott für in zů bitten,
der im auch aus
aus: heraus. half.
46
(44) Wie der edel Teurdank durch Anweisung Unfallo
sich selbs nahend hart heschedigt hett auf einem Hirschen
Pirschen.
47
(45) Wie der falsch Unfallo den Teurdank zů einer tiefen
Wasserrunsen
Wasserrunsen: Wasserlauf. fûren ließ, darein er schier gefallen
wer.
48
(46) Wie Unfallo Teurdank Winterszeit in ein Geferlicheit
auf eim gefrorn Wasser fûret, und im das Eis sein
Scheff zerschneit in eim großen Sturmwind.
49
(47) Wie Unfallo den Teurdank auf ein Platten fûrt,
darauf das Pferd under im fiel, und er sich durch sein
Besunnenheit vor Schaden bewart.
50
(48) Wie Unfallo den edlen Teurdank in ein groß Geferlicheit
mit einem Beren fûrt.
51
(49) Wie Unfallo den Teurdank auf eim Gembsenjeid
in einem Regen füeret, darvon die Stein bewegt wurden,
der einer im bed Sporradern brennt, doch er sich des Falls
enthielt.
52
(50) Wie Unfallo den edlen Teurdank in ein andre
Geferlicheit mit einer Schlangenbüchsen fûrt.
53
(51) Wie Unfallo Teurdank ein Roß schenkt, darauf er
sich zů Tod sollt gefallen han.
54
(52) Wie Teurdank aus Unfallo Anschickung das Wetter
erschlagen haben sollt.
55
(53) Wie der edel Teurdank durch Unfallo an ein
Gembsenjeid gesandt ward, daselbs in die Stein sollten
tot geschlagen haben. Aber es felt der Anschlag, dann si
trafen seinen Jegerknecht.
56
(54) Wie der edel Teurdank durch den Unfallo in ein
Stechen beret
beret: beredet, gebracht. ward und wie er sich durch sein Sterk und
Besindlicheit vor Schaden verhüet.
57
(55) Wie der edel Teurdank durch Anweisung des falschen
Unfallo auf einem Gembsenjeid abermalen ein Geferlicheit
überstund, dann im ein Stein nach überab
geschlagen hett.
58
(56) Wie den Teurdank auf dem Gemsenjeid am Ablassen
der Wind erhůb und überaus wollt geworfen haben,
des er sich aber durch sein Schicklicheit
Schicklicheit: Geschicklichkeit. enthielt.
59
(57) Teurdank der begab sich in ein merklich Geferlicheit
mit einer Hakenbüchsen aus Reizung Unfallo.
60
(58) Teurdank der sollt in einem Kriegscheff durch die
List Unfallo von dem Pulver verdorben sein.
61
(59) Wie der edel Teurdank auf einem Gembsenjeid fiel
und im Fall durch sein Besunnenheit sich an einem Baum
auf hielt.
62
(60) Wie der edel Teurdank durch einen Narren aus
Anweisung Unfallo in einer Kammer verbrennt sollt sein
mit Pulver.
63
(61) Der Teurdank ward auf einem Schweinjeid durch
ein Schwein verletzt, und im sein Pferd under sein zůtod
gestoßen aus Bewegung Unfallo.
64
(62) Dem edlen Teurdank entweichen sein Eisen auf einer
misigen
misig: moosig. Platten, und allein ein Zünk, der haftet, behielt
in bei seinem Lebe, wiewol sich der seer krummet.
65
(63) Der edel Teurdank sollt aus Anweisung Unfallo in
einen Brunnen gefallen sein, das doch Gott verhût.
66
(64) Teurdank der leit ein merklich Not in einem tiefen
Tümpfel
Tümpfel: Strudel. am Zůlenden
Zůlenden: Landen. bei einer großen Stadt.
67
(65) Wie dem Teurdank ein Scheff, darauf er fůr, durch
ein ander Scheff mitten zerspalten ward und er groß Geferlicheit
litt, bis er zů Land kam.
68
(66) Wie der edel Teurdank durch Unfallo Befelch auf
ein hoch Gebirg gefûrt ward und sollt über ein Schneerisen
Schneerisen: Schneelawine.
geen, darüber er den Jeger schicket, der herab fiel,
und Teurdank gieng ein andern Weg.
69
(67) Wie Teurdank sich einer Krankheit fristet über und
wider der Arzt und Unfallo Rat.
70
(68) Ein merklichen Fall, so der edel Teurdank einem
Schwein nach auf einem Eis tet durch Geheiß des Unfallo,
daß im sein Schwert in drei Stuck brach.
71
(69) Abermalen ward ein Jeger zůnechst bei dem Teurdank
von einem Stein auf dem Gembsenjeid getroffen,
den der Held behielt, sonst hett er sich zů Tod gefallen.
72
(70) Der edel Teurdank, über das all Erzt in seiner
Krankheit ab seinem Leben verzagt hetten, aus unerschrocklichem
Gemůt mit großer Gefar macht er sich gesund.
73
(71) Wie den Teurdank ein geschoßner Gembs aus einer
Wand sollt geworfen haben.
74
(72) Abermalen leit der edel Teurdank ein große Wassernot
durch einen graussamen Sturmwind.
75
(73) Wie den Teurdank der Unfallo in einer hülzen
Stuben verbrennt haben wollt.
76
(74) Wie der Teurdank Unfallo umb seiner Mißhandlung
willen von im jagt.
77
(75) Wie der berûmbt Held Teurdank an dritten Paß, den
Neidelhart innhett, kumbt, und was im für Geferlicheiten
begegneten.
78
(76) Der sighaft Held Teurdank ward durch heimlich Verreterei
Neidelharts under ein groß Geschütz gefûrt zů
Scheff.
79
(77) Wie der teurlich Held Teurdank durch Anschickung
des Neidelharts eins sorglichen Kampf tet und den gewann.
80
(78)
Wie der edel Held Teurdank ward von dem Dunst
einer Eisenkugel hart geschlagen, dann Neidelhart hetts
zůgericht, daß er sollt erschossen werden.
81
(79) Wie der adenlich Held Teurdank durch Verreterei
Neidelharts sollt an eim Scharmützel erschossen worden
sein.
82
(80) Wie dem teurlichen Held Teurdank sein Pferd
durch den Hals geschossen ward, auch aus Anrichten des
Neidelharts.
83
(81) Wie Neidelhart den mandlichen Held Teurdank an
die Feind schickt, und er sollt im mit dem Haufen nach
gedruckt sein, das er nit tet, darab der Held schier Not
gelitten hett.
84
(82) Wie der unerschrockenlich Held Teurdank ein Küriser
aus den zweien fieng, die von dem Neidelhart bestellt
worden, den Held zů erwirgen, und in doch allein nicht
dorften angreifen.
85
(83) Wie etlich Kürriser auf den besonnen Held Teurdank
geschickt wurden, in zu erwürgen, der er sich durch
sein Mannheit aber erwert und wundet ir etlich.
86
(84) Wie abermalen under dem freidigen Held Teurdank
sein Pferd erschossen ward durch Verreterei des
Neidelharts.
87
(85) Der küen Held Teurdank errennt einen Kürriser,
der in tot zů rennen bestellt was.
88
(86) Wie der edel, milt Held Teurdank in seiner
Kammer ermordt sein sollt.
89
(87) Wie der hochberûmbt Held Teurdank von etlichen
Knechten mit gezogen Weren angriffen ward, der er sich
durch sein Geschicklicheit erwert in einer Romor
Romor: Tumult..
90
(88) Wie sich Teurdank, der unerschrocken Held, in einer
Besetzung treffenlichen wert und sovil erschoß, daß si
můßten abziehen.
91
(89) Wie der sighaft Held Teurdank abermalen einen
Kürriser zůtod rennt, der vom Neidelhart bestellt was,
im solichs zů tun.
92
(90) Wie der adenlich Held Teurdank durch sein besonnene
Geschicklicheit hundert und etlich Mann selb
vierzehend
selb vierzehend: zusammen dreizehn. fieng, so in erlegt sollten haben.
93
(91) Wie der trutzlich Held Teurdank durch Neidelharts
Verreterei sollt aus einer Stadt erworfen sein worden.
94
(92) Wie der Held Teurdank abermalen einen Kürriser
errennt, der auf in gestift was durch den bösen Neidelhart,
in umbzůbringen.
95
(93) Wie der küen, edel Held Teurdank an einem Streif
vil der Feind umbracht.
96
(94) Wie der hochberûmbt Held Teurdank an einem
Schanzen erworfen sein sollt.
97
(95) Wie dem mandlichen Held Teurdank durch den
Neidelhart selb Geschoß gelegt waren, daran er sich sollt
verletzt haben, dem er aber durch Gotts Hilf und getreu
Warnung entgieng.
98
(96) Wie dem freidigen, edlen Held Teurdank im Essen
sollt vergeben
vergeben: Gift gegeben.) worden sein, darvor er aber gewarnet
ward.
99
(97) Wie der unverzagt Held Teurdank Neidelhart umb
seiner bösen Handlung willen von im jagt.
100
(98) Wie der tugendsam Held Teurdank zů der Künigin
Ernreich kam, und welcher Maß er von ir empfangen
ward.
101
(99)
Wie ein falscher neuer Rat durch die drei Haubtleut
Fürwittig, Unfallo und Neidelhart wider den Held
Teurdank beschlossen ward.
102
(100) Wie der wolkünnend Held Teurdank vor der
Künigin von sechs Rittern, Ritterspil zů treiben, angesprochen
ward.
103
(101) Wie Teurdank, der edel Held, mit dem ersten
Ritter scharpf rennet.
104
(102) Wie der mandlich Held Teurdank mit dem
andern Ritter ein Turnier zů Fůß tet und in überwand.
105
(103) Wie der unverzagt Held Teurdank des andern
Tags mit dem dritten Ritter über die Balgen
über die Balgen ... stach: Lanzenstechen trieb. auf welsch
stach.
106
(104) Wie Teurdank der Held mit dem vierten Ritter
kempfte zů Fůß und in absiget.
107
(105) Wie Teurdank, der trutzlich Held, mit dem fünften
Ritter des dritten Tags deutsch stach.
108
(106) Wie der adenlich Held Teurdank mit dem sechsten
Ritter stritt und im oblag.
109
(107) Wie der adenlich Held Teurdank umb seiner
gůten Getat willen von der Künigin Erenreich mit einem
Kranz von Lauro
Lauro: zu Laurus: Lorbeer. gekrönt ward.
110
(108) Wie der Ernhold die drei Haubtleut Fürwittig,
Unfallo und Neidelhart vor der Künigin umb ir Bosheit
willen verklagt und Rechtens wider si begert.
111
(109) Wie die drei bemelten Haubtleut für Gericht
gestellt und verurtalt warden.
112
(110) Wie Fürwittig umb sein Mißhandlung mit dem
Schwert gericht ward.
113
(111) Wie Unfallo gehenkt ward.
114
(112) Wie Neidelhart ward zů Tod geworfen.
115
(113) Wie die Künigin Ernreich noch ein Sach an den
hochberûmbten Held Teurdank, die er tun sollt, werben
ließ, und die Botschaft dem Ernhold befolhen ward.
116
(114) Wie der Ernhold sein Botschaft an den Teurdank
wirbt.
117
(115) Wie dem Held Teurdank ein englischer Geist erschin
und im riet, er sollt der Künigin Beger Folg tun.
118
(116) Wie der verrûmbt Held Teurdank der Künigin
Ernreich ir Begern zů vollziehen zůsagt, und zwischen in
die Ee auf sein Widerkunft beschlossen ward.
119
(118) Der Beschluß diser Histori von dem mandlichen
und gluckhaftigen Held Teurdank.
120
Kapitel 120
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A+
Lesemodus
Ließ die Künigin sammlen ein Rat, Darein si auch zů kommen gebot Des edlen Helden Erenhold, Der im in Treuen hett gefolgt. Als nun die Ret waren gesessen, Sprach si: »Ich hab mich vermessen, Noch ein kleine Red mit euch zu tun. Wiewol Teurdank, der küene Mann, Auf der Reis vil gelitten hat Und im oft nah gewest ist der Tod, So ist im doch das alls allein Von den dreien Haubtleuten mein Zůgefüeget und angetan, Die darumb ir Straf genommen han. Wer wol billich, daß er hett Rů; Aber wie dem mir ist heint zů Gefallen in der vergangen Nacht, Daß er im solch Not habe gemacht Allein von wegen der Welt Eer. Nun wißt ir selber wol, daß mer Gehört zů eim Ritter auserkorn, Der billich füeren will gelb Sporn, Daß der beschützt Christenglauben. Nun weiß ich kein aus zů klauben, Der zů solcher Reis jetz baß döcht , Oder dem mans befelhen möcht Dann allein disem teuren Held, Der den Rom tregt jetz in der Welt An Zucht, Tugend und der Mannheit Und aller ander Geschicklicheit Neben Künig und andern allen. Darumb wollt euch solchs gefallen, Daß des teuren Helds Erenhold An in dise Werbung tun sollt Und im an unser Statt klagen, Daß bei unser Zeit und Tagen Die unglaubigen Feind Jesu Christ
Wern weit in unser Land genist, Erschlagen manchen Christenmann Und darzů vil Stedt gewunnen an. Wider den wollt wir tun ein Zug; Nun han wir niemand, der do tug Zů demselben dann er allein; Bitt in anstatt einer Gemein Der ganzen weiten Christenheit, Daß er sich wöll machen bereit Und annemen das große Heer, Damit beschirmen die göttlich Eer, So darf er ganz kein Zweifel han, Dieweil die drei untreuen Mann Sein ab diser Welt tilgt und tot, Daß im der allmechtige Gott In allen Sachen und Handlen Werd Gelück und Sig mitteilen Und dardurch alles Leids ergetzt Und in die göttlich Gnad gesetzt.« Als die Künigin hett aus geredt, Fraget si wider ire Ret, Ob in die Meinung gefallen wollt. Ein jeder darzů reden sollt. Die Ret sprachen alle gemein: »Die Sach ist durch Eur Genad allein Bedacht mit fast großer Weisheit. Wir sagen bei unserem Eid, Daß solchs die göttliche Genad In Euch allein gewürket hat.« Ein englischer Geist darbei stund, Vor dem der bös Geist nichts schaffen kunnt; Ungesehen hett ers vernommen, Dann er darumb in Rat was kommen, Daß er den Reten geb in Můt, Der Künigin Fürschlag wer fast gůt. Allein daß es wurd bracht zů End, Die Künigin den Ernholden seendt, Daß er dem Held sollt erzelen: Si hette in tun erwelen Zů Sant Jörgen Reis als ein Mann: Der teur wer, dorft solchs nemen an.
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Ließ die Künigin sammlen ein Rat, Darein si auch zů kommen gebot Des edlen Helden Erenhold, Der im in Treuen hett gefolgt. Als nun die Ret waren gesessen, Sprach si: »Ich hab mich vermessen, Noch ein kleine Red mit euch zu tun. Wiewol Teurdank, der küene Mann, Auf der Reis vil gelitten hat Und im oft nah gewest ist der Tod, So ist im doch das alls allein Von den dreien Haubtleuten mein Zůgefüeget und angetan, Die darumb ir Straf genommen han. Wer wol billich, daß er hett Rů; Aber wie dem mir ist heint zů Gefallen in der vergangen Nacht, Daß er im solch Not habe gemacht Allein von wegen der Welt Eer. Nun wißt ir selber wol, daß mer Gehört zů eim Ritter auserkorn, Der billich füeren will gelb Sporn, Daß der beschützt Christenglauben. Nun weiß ich kein aus zů klauben, Der zů solcher Reis jetz baß döcht , Oder dem mans befelhen möcht Dann allein disem teuren Held, Der den Rom tregt jetz in der Welt An Zucht, Tugend und der Mannheit Und aller ander Geschicklicheit Neben Künig und andern allen. Darumb wollt euch solchs gefallen, Daß des teuren Helds Erenhold An in dise Werbung tun sollt Und im an unser Statt klagen, Daß bei unser Zeit und Tagen Die unglaubigen Feind Jesu Christ
Wern weit in unser Land genist, Erschlagen manchen Christenmann Und darzů vil Stedt gewunnen an. Wider den wollt wir tun ein Zug; Nun han wir niemand, der do tug Zů demselben dann er allein; Bitt in anstatt einer Gemein Der ganzen weiten Christenheit, Daß er sich wöll machen bereit Und annemen das große Heer, Damit beschirmen die göttlich Eer, So darf er ganz kein Zweifel han, Dieweil die drei untreuen Mann Sein ab diser Welt tilgt und tot, Daß im der allmechtige Gott In allen Sachen und Handlen Werd Gelück und Sig mitteilen Und dardurch alles Leids ergetzt Und in die göttlich Gnad gesetzt.« Als die Künigin hett aus geredt, Fraget si wider ire Ret, Ob in die Meinung gefallen wollt. Ein jeder darzů reden sollt. Die Ret sprachen alle gemein: »Die Sach ist durch Eur Genad allein Bedacht mit fast großer Weisheit. Wir sagen bei unserem Eid, Daß solchs die göttliche Genad In Euch allein gewürket hat.« Ein englischer Geist darbei stund, Vor dem der bös Geist nichts schaffen kunnt; Ungesehen hett ers vernommen, Dann er darumb in Rat was kommen, Daß er den Reten geb in Můt, Der Künigin Fürschlag wer fast gůt. Allein daß es wurd bracht zů End, Die Künigin den Ernholden seendt, Daß er dem Held sollt erzelen: Si hette in tun erwelen Zů Sant Jörgen Reis als ein Mann: Der teur wer, dorft solchs nemen an.