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Briefe – Band II

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von Katharina Elisabetha Goethe

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Kapitel 95

331. An August von Goethe.

den 7ten Jenner 1803

Lieber Augst!

Es ist lange daß ich nicht an dich geschrieben habe – denn leider ist die Großmutter |: wie schon längst bekandt :| auserordentlich dinten scheu – heute aber solst du trotz allem dem einen gantz marnirlichen und ordentlichen Brief von mir erhalten. Daß dir das Tuch zum Heiligen Christ bescherschel wohl gefallen hat freut mich sehr – auch alles was du mir von deiner Stube und übrigen Sachen schreibts – war mir sehr angenehm zu hören – Ja Lieber Augst – wenn ich Doctor Faust Mandel aufzufinden wüßte, da käme ich dich besuchen – Aber! Aber! die Großmutter ist so an ihre Häußliche Ordnung von langen Jahren her gewöhnt – daß ich glaube es mögte vor meine Gesundheit nicht zuträglich seyn – komme du nebst Vater und Mutter zu mir das ist beßer. a propo! du schreibst mir ja kein wort wie Sich Vater und Mutter befinden, es wird doch alles hübsch wohl auf seyn???

Lieber Augst! Jetzt habe ich eine Bitte an dich wollest du wohl so gut seyn, und mir die fehlenden Mercure und Modejournahle mit Gelegenheit über senden; so würdest du mich sehr verbinden. Vom Mercur fehlt das 3te 5te – 11 und 12te Stück – von Modejournahle fehlt – das erste und letzte Stück. Grüße deine lieben Eltern

von Eurer treuen Mutter u Großmutter
Goethe.