Briefe – Band II
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352. An Goethe.
den 10ten December 1804
Lieber Sohn!
Hir kommt der Heilige Christ wünsche daß alles nach gusto seyn möge – keine Mühe habe ich zwar nicht gespart um pünctlich nach der Vorschrift zu handlen – das weiße Seidenzeug habe weder bey Juden noch Christen von der Güte wie das Muster ist bekommen können – unter allen war beykommendes das beste – meine Schuld ist es also nicht wenn es nicht gefallen solte. Bei kommender Catun hat mir wegen seiner Niedlichkeit sehr gefallen – und wird als Haußkleid meiner Lieben Tochter gar nicht übel stehen. Auch meinem Lieben Augst wird die Prachtweste wohl gefallen u.s.w. Hirbey kommen die Mercure von diesen Jahr zurück – Euch machts immer Mühe – und mir keine sonderliche ergötzlichkeit – wenn aber sonst etwas vor meinen Gelusten dir zu Handen komt; so gedencke meiner im besten. Neues pasirt gar nichts das dich ammusiren könte, als daß deine Büste im Lese kabinet aufgestelt ist – zu beyden Seiten Wieland und Herder – drey Nahmen die Teuschland immer mit Erfurcht nennen wird. Jetzt Lebe wohl! ich muß packen daß die Herrlichkeiten auf den Postwagen kommen! Kuß u Gruß an deine Lieben von
deiner
treuen Mutter
Goethe.