Fabeln von Helmut Wördemann
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Die fleißigen Beine
Es waren einmal zwei Beine, die waren immer in Bewegung. Sie sprangen und tanzten aber nicht wie andere Beine, sondern mit besonderer Betonung, so dass man jeden Schritt hören konnte. Und weil sie für ihren Fleiß gelobt wurden, traten sie gerne öfter und schneller auf als nötig war.
Dann aber übertrieben die tüchtigen Beine ihren eitlen Eifer. Um zu zeigen, wie viel sie leisteten, seufzten sie bei jeder Gelegenheit, so dass alle aufmerkten und zusahen. Es tat den fleißigen Beinen wohl, so sehr beachtet zu werden. Dafür nahmen sie sogar echte Schmerzen in Kauf. Schließlich aber sagten sich die Zuschauer:»Euere Tüchtigkeit ist uns zu anstrengend. Soviel Bewunderung, wie ihr erwartet, können wir nicht aufbringen, macht lieber langsamer, das reicht, und wir brauchen uns dann nicht weiter um euch zu kümmern, das ist uns lieber«.
Die armen Beine aber hatten sich sosehr an ihre demonstrative Emsigkeit gewöhnt, dass sie gar nicht mehr aufhören konnten, bis sie erschöpft und laut jammernd zusammenbrachen. Nun warten sie darauf, dass die überspielte Konkurrenz sie wieder aufrichtet.