← Zurück zur Startseite

Heinrich Heine: Gedichte

Meistgelesen

von Heinrich Heine

Keine Beschreibung verfügbar

Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:

Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:

Wie verwende ich eine EPUB-Datei?
Kapitel 393

Kapitel 393

Bang hat der Pfaff sich in der Kirch verkrochen,
Der Herrschling zittert auf dem morschen Thrönlein,
Auf seinem Haupte wackelt schon sein Krönlein –
Denn Rousseaus Namen hab ich ausgesprochen.

Doch wähne nicht, das Püpplein, womit pochen
Die Mystiker, sei Rousseaus Glaubensfähnlein,
Auch halte nicht für Rousseaus Freiheit, Söhnlein,
Das Süpplein, das die Demagogen kochen.

Sei deines Namens wert, für wahre Freiheit
Und freie Wahrheit kämpf mit deutschem Sinne:
Schlag drein mit Wort und Schwert, sei treu und bieder.

Glauben, Freiheit, Minne sei deine Dreiheit,
Und fehlt dir auch das Myrtenreis der Minne,
So hast du doch den Lorbeerkranz der Lieder.

Bonn, den 15. Sept. 1820