Heinrich Heine: Gedichte
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Aus einem Briefe
| (Die Sonne spricht:) | |
Was gehn dich meine Blicke an? Was gehn dich meine Blicke an? Ich strahle, weil ich nicht anders kann, | |
| (Der Dichter spricht:) | |
Das ist ja eben meine Tugend, Jetzt aber fühl ich ein Ermatten | |
| (Chor der Affen:) | |
| Wir Affen, wir Affen, Wir glotzen und gaffen Die Sonne an, Weil sie es doch nicht wehren kann. | |
| (Chor der Frösche:) | |
| Im Wasser, im Wasser, Da ist es noch nasser Als auf der Erde, Und ohne Beschwerde Erquicken Wir uns an den Sonnenblicken. | |
| (Chor der Maulwürfe:) | |
| Was doch die Leute Unsinn schwatzen Von Strahlen und von Sonnenblicken! Wir fühlen nur ein warmes Jücken, Und pflegen uns alsdann zu kratzen. | |
| (Ein Glühwurm spricht:) | |
| Wie sich die Sonne wichtig macht, Mit ihrer kurzen Tagespracht! So unbescheiden zeig ich mich nicht, Und bin doch auch ein großes Licht, In der Nacht, in der Nacht! | |