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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 86

84. Von einer Frau, die sich vor ihrem Manne halbtot stellte.

Sarda ist ein Flecken in unseren Bergen. Dort überraschte einmal ein guter dummer Kerl 86 seine Frau, wie sie sich mit einem andern verlustierte. Sofort tat sie, als ob sie dem Tode nahe sei, ließ sich zu Boden fallen und lag da wie eine Tote. Der Gatte sprang herzu und fing, da er glaubte, sie sei gestorben, weinend an ihre Arme zu reiben. Da öffnete sie die Augen ein wenig, als ob sie allmählich wieder zu sich käme, und antwortete ihrem Mann auf die Frage, was denn passiert sei, ein heftiger Schreck habe sie durchfahren. Und nachdem der Einfältige sie getröstet und aufgefordert hatte, zu sagen, was er tun solle, rief sie: »Ich will, daß du schwörst, nichts gesehen zu haben.« Und kaum hatte er es geschworen, als sie wieder gesund war.