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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 76

74. Von einem Jüngling aus Perugia.

Auch Ispina von Perugia, ein junger Mann aus vornehmem Hause, war so zügellos, daß die übrigen Mitglieder seiner Familie sich seiner schämten. Simone Ceccolo, ein bejahrter Mann von großem Ansehen und hervorragender Klugheit, der mit ihm verwandt war, rief ihn eines Tages zu sich und ermahnte ihn lange und ernstlich, seinen Lebenswandel zu ändern, indem er ihm ein häßliches Bild vom Laster entwarf und die Tugend verherrlichte. Als er geendigt hatte, sagte Ispina: »Simone, du hast sehr elegant und schön gesprochen, wie es einem beredten Manne geziemt. Aber ich habe über dieses Kapitel wohl hundert noch schönere Reden gehört und dennoch niemals irgend etwas von dem tun wollen, was man sagte.« So erreichte dieser durch seine Worte ebensowenig, wie der oben Genannte durch das vorgeführte Beispiel. 77