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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 55

53. Wie derselbe Ridolfo von den Florentinern als Verräter konterfeit wurde.

Danach wurde Ridolfo von den Florentinern des Verrates schuldig erklärt und an die Mauern der öffentlichen Gebäude der Stadt als Verräter gemalt. Als er aber kurze Zeit darauf vernahm, daß die Florentiner im Begriffe seien, Friedensboten zu ihm zu senden, suchte er an dem Tage, an welchem diese eintreffen mußten, sein Schlafgemach auf, befahl, die Fenster zu schließen, legte sich ins Bett und ließ Feuer anzünden (es war aber im August), endlich ließ er sich noch in Pelzgewänder hüllen. 59 Darauf erhielten die Gesandten Zutritt zu ihm. Auf ihre Frage, an welcher Krankheit er leide, antwortete er: »An Kälte, weil ich so lange und sogar bei Nacht an Euern Mauern unbedeckt der Luft ausgesetzt gewesen bin.« Hiermit spielte er auf das Bild an, welches die Florentiner von ihm gemacht hatten, und das nachher auf den Friedensschluß hin getilgt wurde.