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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 53

51. Eine Antwort, die Ridolfo dem Bernabò gab.

Man erzählt sich eine kluge Antwort Ridolfos di Camerino. Die Stadt Bologna wurde von Bernabò aus der Familie Visconti, der Herren von Mailand, belagert. Ihre Verteidigung aber leitete Ridolfo, ein im Kriege wie im Frieden gleich hervorragender Mann, im Auftrage des Papstes und hielt sich, um die Stadt besser schützen zu können, innerhalb der Mauern. Eines Tages wurde in einem Aufklärungsgefecht, bei dem Ridolfo nicht zugegen war, ein bolognesischer Reiter gefangen genommen und vor Bernabò gebracht. Dieser fragte ihn unter anderm, warum Ridolfo nicht zu einer Schlacht außerhalb der Mauern ausrücke. Der Reiter gab verschiedene Gründe dafür an, wurde schließlich in Freiheit gesetzt und kehrte in die Stadt zurück. Als Ridolfo auf seine Frage, was man im feindlichen Lager mache, und was Bernabò zu ihm gesagt habe, die Antwort des Reiters vernahm, der sein in der Stadt Verharren auf verschiedene Weise zu entschuldigen suchte, sagte er: »Du hast schlecht und dumm geantwortet. Kehre wieder zurück und sage Bernabò: Ridolfo geht nicht aus der Stadt heraus, um dich zu verhindern, hineinzukommen. 58