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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 48

46. Von einem Beichtvater.

Ein junges Weib, das mir nachmals diese Geschichte erzählte, ging einmal, wie es in der Fastenzeit Vorschrift ist, seine Sünden beichten. Als sie während des Bekennens sagte, daß sie ihrem Gatten die Treue nicht bewahrt habe, holte der Beichtvater, es war ein Mönch, von Begierde entflammt, unter dem sich bauschenden Gewande ein aufgerichtetes Glied hervor und drückte es der jungen Frau in die Hand mit der Bitte, sich seiner zu erbarmen. Die aber eilte, von Schamröte übergossen, fort und erzählte ihrer Mutter, die sich in der Nähe befand und sie nach der Ursache ihres Rotseins fragte, worum der Beichtvater sie gebeten habe.