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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 44

42. Von einem Manne, der seine kranke Frau um Verzeihung bat.

Ein Mann tröstete seine sterbenskranke Frau und erinnerte sie daran, daß er sich stets als 48 guter Gatte gezeigt, und bat sie um Verzeihung, falls er ihr jemals etwas Übles zugefügt haben sollte; er hob ferner hervor, daß er neben den anderen ehelichen Pflichten niemals jene des Beilagers vernachlässigt habe, außer in den Zeiten, da sie krank war, um sie dadurch nicht zu ermüden. Da nahm die Frau, so krank sie war, ihre letzte Kraft zusammen und rief: »Wahrlich, das werde ich dir nie verzeihen; denn niemals war ich so krank und schwach, daß ich nicht bequem hätte auf dem Rücken liegen können.« Mögen sich die Männer daher so verhalten, daß sie niemals ihre Frauen für etwas Derartiges um Verzeihung zu bitten brauchen, sie könnte ihnen – und mit Recht – verweigert werden.