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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 33

31. Von einem Wunder.

In diesem Jahre hat die Natur mehrere Ungeheuer an verschiedenen Orten hervorgebracht. 38 Im Gebiete von Senigallia im Picener Landstrich hat eine Kuh einen Drachen von erstaunlicher Größe geworfen. Er hatte einen Kopf, größer als der eines Kalbes, einen Hals, lang wie ein Arm, und einen Körper wie der eines Hundes, aber gestreckter und länger. Als die Kuh ihn geboren hatte, wandte sie den Kopf, und als sie seiner ansichtig geworden war, brüllte sie laut auf und wollte erschreckt fliehen, aber der Drache richtete sich auf, umschlang ihr die Hinterbeine mit dem Schwanz, brachte das Maul an ihr Euter und sog alle Milch heraus. Dann ließ er die Kuh los und machte sich in den benachbarten Forst davon. Die Zitzen der Kuh und jener Teil der Beine, der von dem Drachen berührt worden war, blieben lange Zeit schwarz, als seien sie verbrannt. Dies haben die Hirten (die Kuh gehörte nämlich zu einer Herde) bezeugt, und sie sagten ferner, das Tier habe nachher auch noch ein Kalb geworfen. Dies wurde in einem Briefe aus Ferrara gemeldet.