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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 26

24. Von einer geisteskranken Frau.

Eine Frau aus meiner Heimat, die verrückt zu sein schien, wurde von ihrem Mann und den nächsten Verwandten zu einer Wahrsagerin gebracht, durch deren Hilfe man sie zu heilen hoffte. Als man sie beim Überschreiten des Arno rittlings auf die Schultern des kräftigsten Mannes setzte, fing sie sofort an den Hintern wie beim Beischlaf zu bewegen und laut zu rufen: »Ich will befriedigt werden! Ich will befriedigt werden!« Und mit diesen Worten enthüllte sie die Ursache ihrer Krankheit. Der Mann, der sie trug, wurde daraufhin von einem derartigen Lachanfall gepackt, daß er samt seiner Last ins Wasser plumpste. Alle andern mußten ebenfalls lachen und erkannten, daß zur Heilung dieses Übels keine Zauberei nötig sei, sondern daß die Kranke mit Hilfe des Koitus wieder gesund gemacht werden könne und sagten zum Gatten gewandt: »Du bist der beste Arzt deiner Frau.« Und so kehrten sie wieder zurück, und nachdem der Gatte das Seinige getan, erhielt sie ihre 34 frühere Gesundheit wieder. – Das ist in der Tat das beste Heilmittel für die Verrücktheit der Weiber.