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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 252

250. Witzige Bemerkung eines Mannes, der versprochen hatte einen Esel zu unterrichten.

Ein Fürst befahl einem Untertanen, dessen Güter er an sich bringen wollte, und der damit prahlte, ihm seien viele Dinge möglich, bei schwerer Strafe einen Esel lesen zu lehren. Dieser erklärte, das sei unmöglich, wenn ihm nicht eine lange Frist für den Unterricht gewährt werde. Als er zur Antwort erhielt, er solle um so viel Zeit bitten, wie er für erforderlich halte, bat er um zehn Jahre. Alle lachten ihn aus und sagten, er habe etwas Unmögliches unternommen. Er beruhigte seine Freunde aber mit den Worten: »Ich hege keine Besorgnis; denn entweder sterbe ich inzwischen, oder der Esel oder der Fürst.« Damit zeigte er, daß es heilsam ist, eine schwierige Sache in die Länge zu ziehen und aufzuschieben.