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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 22

20. Der Patriarch bekommt eine gute Antwort.

Der Patriarch von Jerusalem, dem die ganze apostolische Kanzlei unterstand, hatte eines Tages die Anwälte zur Besprechung einer gewissen Angelegenheit versammelt und tadelte einige von ihnen mit irgendwelchen bitteren Worten. Und als Tomaso Biraco ihm im Namen aller etwas freimütig geantwortet hatte, fuhr ihn der Patriarch an: »Du hast 30 einen schlechten Kopf!« Und Biraco, ein sehr witziger Mann, der sich nicht so leicht an den Wagen fahren ließ, antwortete: »Ihr habt ganz recht, und man könnte nicht sagen, was mehr der Wahrheit entspräche: denn wenn ich einen guten Kopf hätte, würde es um unsere Angelegenheiten besser stehen, und wäre dieser Streit nicht nötig gewesen.« – »Du erklärst dich also für schuldig?« fragte der Patriarch. Worauf Biraco: »Ich spreche nicht von mir, sondern von dem Kopfe.«Lateinisch: caput, mit der Bedeutung »Kopf« und »Oberhaupt«. Er spielte damit witzig auf den Patriarchen an, der das Haupt der Anwälte war und der für etwas hartköpfig galt.