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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 204

202. Von zweien, die sich wegen des gleichen Wappens streiten.

Ein Genuese, Kapitän eines Transportschiffes, das für Rechnung des Königs von Frankreich gegen die Engländer segelte, führte einen Schild, der einen Ochsenkopf zeigte. Als ein französischer Edelmann dieses Wappen sah und das Recht es zu führen für sich allein in Anspruch nahm, entstand zwischen beiden ein Streit, und der Franzose forderte den Genuesen zum Zweikampfe heraus. Der Genuese nahm die Herausforderung an und erschien auf dem Kampfplatze ohne jeden Apparat, während der andere in prunkvollstem Aufzuge daherkam. Da fragte der Genuese: »Weswegen wollen wir heute eigentlich miteinander kämpfen?« »Weil«, 203 antwortete der Franzose, »das Wappen, das du führst, das meine ist und von den Meinigen früher geführt worden ist als von deiner Familie.« Darauf fragte der Genuese weiter, was sein Wappen eigentlich darstelle. »Einen Ochsenkopf«, antwortete der Franzose. Worauf der Genuese: »Dann brauchen wir nicht miteinander zu kämpfen; denn das Wappen, das ich führe, zeigt nicht den Kopf eines Ochsen, sondern einer Kuh.« Mit dieser witzigen Bemerkung verspottete er die eitle Überhebung des Franzosen.