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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 146

144. Meinungsverschiedenheiten zwischen Minoritenbrüdern über die Anfertigung eines Bildes des heiligen Franz.

Brüder des Minoritenordens hatten einen Maler kommen lassen, damit er ihnen ein Bild des heiligen Franz male. Sie waren aber uneinig über die Art der Auffassung, denn die einen wollten ihn mit den Wundmalen, andere dem Volke predigend, wieder andere noch anders. Mit diesem Streiten ging der ganze Tag hin, ohne daß ein endgültiger Beschluß gefaßt worden wäre, und die Mönche gingen schlafen, ohne daß der Maler wußte, was er tun solle. Ärgerlich über die Torheit der Mönche und im Glauben, man wolle sich über ihn lustig machen, malte er den Heiligen, die Flöte blasend – andere sagen am Halse aufgehängt – und machte sich dann schnell davon. Als die Brüder 149 am anderen Morgen das Bild entdeckten, suchten sie nach dem Maler, um über ihn herzufallen; denn sie waren der Meinung, daß er der Religion einen unerhörten Schimpf angetan habe, der die schwerste Strafe verdiene, – aber er war schon über alle Berge.