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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 129

127. Witzige Bemerkung eines gewissen Gian Pietro aus Siena.

Gian Pietro, Bürger von Siena, ein stets zu Witz und Scherz aufgelegter Mann, war 131 einmal von Bartolomeo de Bardi in Rom zum Trinken (es war an einem Sommermorgen) eingeladen worden. Eine größere Anzahl von uns hatte sich dort getroffen, sowohl um zu trinken, als um Bartolomeo aufzuziehen, und jeder erhielt, wie es Sitte ist, vor dem Trinken ein Stückchen Brot; doch während die andern das Brot nahmen und aufaßen, behielt Gian Pietro allein es in der Hand. Gefragt, warum er allein es nicht esse, antwortete er lachend: »Bartolomeo, dein Brot hier ist das unterwürfigste und bescheidenste von allen, die ich gesehen; denn so oft ich es meinem Munde näherte, konnte ich es doch unter keiner Bedingung dazu bringen, vor dem Weine hineinzugehen.« Wir lachten alle über diese witzige Bemerkung Gian Pietros, der der Ansicht war, daß die Speise nicht immer, vor allem nicht, wenn der Durst groß, dem Trunke vorausgehen müsse.