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Rhythmus des neuen Europa / Gedichte

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von Gerrit Engelke

Verlag: Büchergilde Gutenberg | Jahr: 1961

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Kapitel 21

Ich weiß: Ich bin ein Leben

Über Wiesen, die am Stadtrand liegen,
Geh ich mit erfreuten Sinnen hin,
Drosseln schnarren – Wolken fliegen –
Im Sausewinde rauschen, biegen
Sich die Hecken – grüne Gräser wogen, wiegen –
Und es schnarrt und saust und rauscht und wiegt in meinem Sinn
Ich weiß, ich bin, ich bin!

Drüben von den hohen Schornsteintürmen flattern
Qualm-Fahnen über meine Lärm-Stadt hin:
Menschenvolle Straßenbahnen rattern
In der Ferne, Automobile knattern
Hart vorbei: es stampft und walzt in meinem Sinn:
Ich weiß, ich weiß, ich bin!

Aus Lärm und Laub, aus meinem Schritt, aus Wolkenschweben,
Aus Millionen Wesen, die mich Mensch umbeben:
Verströmt ein frohverwandtes Aufwärtsheben,
Verströmt mir sausend in den Sinn:
Ich weiß, ich bin mit euch ein Leben!
Ich weiß, ich weiß: ich bin! ich bin!

Von nun ab geh ich durch die Häuserstraßen-Enge,
Die übervoll von Schritten, Hufen, Straßenbahn-Gebimmel,
Von nun ab geh ich durch die Promenaden-Menschenmenge,
Durch das frauen-, früchtebunte Wochenmarkt-Gewimmel,
Durch den Wald, durch Baum-Gedränge,
Durch die Morgen-, Mittagsstunden:
Wie mit elektrisiertem Leibe hin!
Ich freue mich, daß ich von Leben überall umbunden,
Daß ich zu diesem frohen Stolz gefunden:
Ich bin!