Fred Endrikat: Die lustige Arche
Verlag: G. Hirth | Jahr: 1935
Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:
Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:
Wie verwende ich eine EPUB-Datei?EPUB herunterladen
„Fred Endrikat: Die lustige Arche“ als E-Book für Ihren Reader.
Projekt Gutenberg unterstützen
Ihr Download startet.
Projekt Gutenberg lebt davon, dass Literatur frei zugänglich bleibt.
Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie, diese Bibliothek zu erhalten und weiter auszubauen.
Im Buch suchen
Wanzen-Transaktion
| Feine Leute hängen echte, alte Bilder teils als Schmuck, teils als Reklameschilder, innerhalb der Wohnung ringsum an die Wände. Es gibt Rubens, Tintorettos und Rembrände. Diese – und noch viele andre Meister hängen in den Wohn- und Speisezimmern, oder Wandelgängen. Feine Leute haben Bilder, Vögel oder Pflanzen, aber nur in ganz höchst seltnen Fällen haben feine Leute Wanzen. 1. weil die Tiere sich erschreckend schnell vermehren. 2. weil sie nun mal nicht zum guten Ton gehören. 3. weil sie jucken und zerbeulen zarte Häute. Summa: Wanzen sind das Privileg für arme Leute. So vermeidet man das Hausuntier möglichst nach Kräften wegen dieser wenig angenehmen Eigenschäften. Aber es gibt Fälle, daß sich Wanzen einquartieren irgendwo in einen Bilderrahmen, und dort führen sie ein frisch-fromm-fröhlich-freies Leben. In dem Schutze eines alten Meisters wirken sie und streben. Ja dort streben sie – sie nisten und sie brüten – und der alte Rembrandt muß sie – übel oder wohl – behüten. Manchmal wundern sich die allerfeinsten Leute über Bisse an den Schenkeln, und zerbeulte Häute. Niemand ahnt es von den nobeln Herrn und Damen, daß das Unheil nistet überm Bett im goldnen Rahmen. In den Ritzen spukt und wimmelt es von bösen Geistern. Das ist die Gefahr beim Kauf von alten Meistern. Auf diese Weise kann man Wanzen von hier nach Afrika verpflanzen. – |