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Neueste Gedichte

von Betty Paoli

Verlag: Carl Gerold's Sohn | Jahr: 1870

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Kapitel 58

An die Natur.

Es pfleget die gedankenlose Gilde,
Zum Jubel stets bereit wie zum Verzagen,
Jetzt kalter Grausamkeit dich anzuklagen,
Und wieder dann zu preisen deine Milde.

Sie messen dich nach ihrem eig'nen Bilde,
Und können sich des Wahnes nicht entschlagen,
Daß Lieb' und Haß, wie sie im Herzen tragen,
Bald segne, bald verwüste ihr Gefilde.

O Thorheit, Strenge, Huld dir anzudichten!
Du kennst nur der Notwendigkeit Gesetz,
Und bleibst ihm treu beim Schaffen und Vernichten.

Ob Heil, ob Fluch in deines Mantels Falten
Sich berge, Ewige! mir bist du stets,
Was einst das Fatum war den frommen Alten.