← Zurück zur Startseite

August von Platen: Gedichte

Meistgelesen

von August von Platen

Verlag: Philipp Reclam jun. | Jahr: 1968

Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:

Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:

Wie verwende ich eine EPUB-Datei?
Kapitel 50

Kapitel 50

Ein Frühlingsatem kommt aus deinen Landen her,
Es weht ein Duft vom Ort, wo wir uns fanden, her;
Betäubend treibt der Wind des Lenzes Wohlgeruch
Von dir zu mir aus Haar und aus Gewanden her;
Es mahnt die warme Luft an schönre Zonen uns,
Als schläng' ein Myrtenbusch um uns Girlanden her;
Mir wird dein Angesicht zur Lenzverkündigung,
Du schickst mir einen Blick, den ich verstanden, her.
Könnt' ich dem Frühlingshauch nicht öffnen meine Brust,
Wo nähm' ich solchen Mut in solchen Banden her?
Laß träumen uns dahin, wo bald die Rebe blüht,
Und, Knaben, bringt den Wein, der noch vorhanden, her!
Es kreist die ganze Welt: ein Wirbel reißt auch mich,
Vom Meer des Weins gewiegt, bei dir zu stranden, her;
Bist du es? Ist's der Lenz? Er zaubert oder du
Die Reize wiederum, die mir verschwanden, her.
Der Winter ist ein Greis, der Frühling schickt den Duft
Der Kränze, die wir einst als Kinder wanden, her.