← Zurück zur Startseite

August von Platen: Gedichte

Meistgelesen

von August von Platen

Verlag: Philipp Reclam jun. | Jahr: 1968

Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:

Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:

Wie verwende ich eine EPUB-Datei?
Kapitel 132

Sonett

Daß Hafis kühn sei, darf ich nicht verschweigen,
Und daß ein Geist wie seiner schwer zu zügeln,
Dem Adler gleicht er, der mit breiten Flügeln
Im Äther schlägt den lichten Sternenreigen.

Ihr mögt ihm nachschaun oder mit ihm steigen
Zu seinen blühend unbewölkten Hügeln,
Wo nicht, ihn tadeln oder ihn beklügeln:
Er wird sich keinem, als nur einem, neigen.

Im Guten mögt ihr schwelgen oder Schlimmen,
Doch nur Gestalt entzücke den Gestalter,
Und jeder soll sein eignes Ziel erklimmen.

Kein Mißverstehender vermag mit kalter
Beschränktheit einen Busen zu verstimmen,
Der frei sich fühlt durch alle Lebensalter.