Sagen aus Franken
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Das Gänsemännlein
Hinter der Kirche »Unserer lieben Frauen« steht ein kleiner Brunnen. Er zeigt einen Bauern, wie man ihn auf dem Nürnberger Markt oft sehen kann. Der Bauer trägt zwei Gänse unter seinen Armen. Es sind ganz besondere Gänse; denn sie speien aus ihren Schnäbeln frisches, helles Wasser in das Becken; das unter ihnen angebracht ist. Das »Gänsemännlein« so heißt der Brunnen soll ursprünglich gar nicht für diesen Platz gegossen worden sein. Der Rat wollte eigentlich ein Bild der Heiligen Magdalis haben; aber der Meister hatte soviel anderes zu tun, dass er zu diesen kleineren Auftrag nicht kann. Endlich gab er dem Rat als Ersatz sein Gänsebauern. Es gab zwar Stimmen, die an dieser heiligen Stelle keine so einfache, gewöhnliche Figur aus dem Volk sehen wollten; aber weil der Künstler ein großer Meister – es war Pankraz Labenwolf und das Gänsemännlein ein wirklich feines Kunstwerk war, waren sie schließlich doch alle zufrieden.