Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
MeistgelesenVerlag: Verlag Julius Zeitler | Jahr: 1909
Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:
Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:
Wie verwende ich eine EPUB-Datei?EPUB herunterladen
„Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten“ als E-Book für Ihren Reader.
Projekt Gutenberg unterstützen
Ihr Download startet.
Projekt Gutenberg lebt davon, dass Literatur frei zugänglich bleibt.
Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie, diese Bibliothek zu erhalten und weiter auszubauen.
Im Buch suchen
67. Wieland an Merck
Weimar, den 16. Juni 1778.
Bruderherz, Dein Brief, den ich eben izt erhalte, nein, Du bester, Du Einziger, edler guter Mann! ich kann's nicht zu Worte bringen, wie heilig er mir ist, wie ich Dich liebe, was für einen süßen Schauder er durch mein ganzes Wesen ausgegossen, was für neues Leben er mir gibt, wie lieb er mir die Menschheit macht, wie ich Dich an mein Herz drücke, mich inniglich freue, daß der Himmel Dich mir zum Gefährten, Waffenbruder, und Herzensfreund für die andre bessere Hälfte meines Lebens aufgespart habe! Ich muß einhalten, mein Herz ist zu voll – aber Du solltest es in diesem Moment bis in Darmstadt fühlen, was in mir vorgeht – o Freundschaft, Freundschaft! Du heilige Brunst! Süßer Trost!
... Alles ist nun, auf Leben und Tod, unter uns gesagt und ausgemacht – aber mehr als jemals sei es ein heiliges Geheimniß zwischen Dir und mir, was wir einander sind. Ich kenne Niemand – den Freund Bölling allein ausgenommen – der mir gut genug wäre, daß ich ihm nur einen Blick in dies Heiligthum erlaube.
... Kurz, bester Bruder, Alles ist gut, so lange ich Dich habe, und verlaß Dich drauf, weder Hohes noch Tiefes soll jemals den Bund unsrer Seelen trennen.
*