Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
MeistgelesenVerlag: Verlag Julius Zeitler | Jahr: 1909
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331. Arnold Ruge an F. W. Ritschl
Halle, den 3. April 1838.
Lieber Ritschl,
Gottloser, verruchter, ganz gewissenloser! Wie soll ich Dich nennen? Schreib mir doch ein Wort, wie Du gesinnt bist und was Du thun willst! Erinnere Dich, daß Du mich aus Italien ohne alle Nachricht von Dir gelassen und den schoffelsten Hunden in Halle welche gegeben hast, daß Du auf keinen meiner Briefe seitdem geantwortet hast, daß Du kein leises Zeichen Deiner alten guten Gesinnung von Dir giebst und enfin für die hallischen Jahrbücher noch gar nichts gethan hast.
Ich bitte Dich dringend, benutze diese Ferien dazu. Gieb mir aber auch vorher eine Nachricht, daß Du es thun willst und womit Du mich zuerst zu beglücken gedenkst. Viele 1000 Grüße an Deinen Schatz.
Dein
Ruge.
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