Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
MeistgelesenVerlag: Verlag Julius Zeitler | Jahr: 1909
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21. Nikolaus Dietrich Giseke an Gottlieb Wilhem Rabener
Leipzig, am 28. Jenner 1748.
Ich kann es doch nicht über mein Herz bringen, Ihnen ein Buch zu schicken, ohne Ihnen zugleich zu schreiben. Ich mag so viel zu thun haben, wie ich will, so bleibt doch ausgemacht: zu einem Briefe an einen guten Freund ist noch immer Zeit genug; ungeachtet ich einige gute Freunde habe, die dieses nicht für ausgemacht halten. Verstehen Sie mich? Sie finden also einen alten französischen Roman, von dem ich nicht weis, ob er gut oder schlecht ist, und die Briefe des Pays, nebst zwey Gedichten von mir.
Entferne, wie du willst, von deinen Freunden dich,
Und denk' ich will mich kostbar machen!
Du irrst dich nicht. Freund, wir entbehren dich.
Doch du entbehrst auch uns, und unter uns auch mich,
Und wirst auch uns dir kostbar machen.
*