Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
MeistgelesenVerlag: Verlag Julius Zeitler | Jahr: 1909
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16. Kurfürst Friedrich der Fromme an Christof von Württemberg
Da ich auch nunmehr gegen dir die hiebevor mir erzeigte Freundschaft freundlich und brüderlich kann verdienen, will ich dazu geflissen sein und hätte mich nicht versehen, daß du unser langhergebrachte Dauzbruderschaft von der Dignität wegen, so mir durch sonderliche Schickung Gottes zugestanden, ändern solltest und mich nun irzen willst. Ich thue mich aber freundlich und brüderlich zu dir vertrösten, du werdest es im alten Thun und Wesen bleiben lassen; sonst wurd meines Besorgens unsere Lieb und Freundschaft ein Ende haben, das mir doch leid wäre. Ich will dich auch als meinen lieben und vertrauten Bruder freundlich gebeten haben, du wollest den allmächtigen Gott neben mir getreulich helfen anrufen und bitten, seine Allmacht wolle mir zu jetzt angehender Dignität und Regierung Gnade, Weisheit und Verstand, zeitlichen und ewigen Frieden, auch seinen heiligen Geist um seines lieben Sohnes Jesu willen verleihen, damit ich mein befohlen Amt zu Gottes Ehre und Lob, zur Heiligung seines Namens und zur Wohlfahrt der Unterthanen also möge versehen, daß ich vor dem Richterstuhl Christi an jenem Tag darum Rechenschaft geben möge.
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