Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
MeistgelesenVerlag: Verlag Julius Zeitler | Jahr: 1909
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13. Luther an Leonhard Koppe
(Wittenberg) 21. Juni 1525.
Dem vorsichtigen und weisen Lenhart Koppen, Burger zu Torgau und Prior in der Auwe, meinem lieben Herrn und Freunde.
Gnad und Fried in Christo. Wirdiger Herr Prior und Vater! Es hat mich Gott gefangen pluetzlich und unvorsehens mit dem Bande der heiligen Ehe, daß ich dasselbige muß bestätigen mit einer Collation auf den Dienstag. Daß nu mein Vater und Mutter und alle gute Freunde deste frohlicher sein, läßt euch mein Herr Caterin und ich gar freundlich bitten, daß ihr uns zum guten Trunk ein Faß des besten torgischen Biers, so ihr bekommen mugt, wollet anher auf mein Kost und aufs allerfodderlichste hieher fuhren lassen. Ich will Fuhr-Lohn und Alles redlich geben. Ich wollte wohl Fuhre geschickt haben, wußte aber nicht, ob ichs treffen wurde, denn es muß ausrugig und kühle werden, daß es wohl schmecke, und setze die Straf darauf, wo es nicht gut ist, daß ihrs allein sollt aussaufen. Zudem bitt ich, daß ihr zusampt euer Audi nicht wollet außenbleiben und frohlich erscheinen. Magister Gabriel mit seinem Weibe sollt ihr mitbringen, sofern es ihm ahn Kost zu thun ist. Denn ich weiß wohl, daß seines Gutes nicht viel mehr ist, denn meines, darumb wollt ich ihm insonderheit nicht schreiben, wiewohl er mein vergessen hatte. Hiemit Gott befohlen, Amen. Am Mittwoch nach Corporis Christi oder Viti Anno 1525.
Martinus Lutherus.
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