Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär. Wer achtet noch auf mich. Man hat sich längst gewöhnt An meine sonderbaren Zivilistenaugen. Beim Exerzieren bin ich halb im Traum Und auf den Märschen mache ich Gedichte.
Doch kommt ein Krieg. Zu lange war schon Frieden. Dann ist der Spaß vorbei. Trompeten kreischen Dir tief ins Herz. Und alle Nächte brennen. Du frierst in Zelten. Dir ist heiß. Du hungerst. Ertrinkst. Zerknallst. Verblutest. Äcker röcheln. Kirchtürme stürzen. Fernen sind in Flammen. Die Winde zucken. Große Städte krachen. Am Horizont steht der Kanonendonner. Rings aus den Hügeln steigt ein weißer Dampf Und dir zu Häupten platzen die Granaten.
Alfred Lichtenstein: Gedichte · Alfred Lichtenstein
Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär. Wer achtet noch auf mich. Man hat sich längst gewöhnt An meine sonderbaren Zivilistenaugen. Beim Exerzieren bin ich halb im Traum Und auf den Märschen mache ich Gedichte.
Doch kommt ein Krieg. Zu lange war schon Frieden. Dann ist der Spaß vorbei. Trompeten kreischen Dir tief ins Herz. Und alle Nächte brennen. Du frierst in Zelten. Dir ist heiß. Du hungerst. Ertrinkst. Zerknallst. Verblutest. Äcker röcheln. Kirchtürme stürzen. Fernen sind in Flammen. Die Winde zucken. Große Städte krachen. Am Horizont steht der Kanonendonner. Rings aus den Hügeln steigt ein weißer Dampf Und dir zu Häupten platzen die Granaten.