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Klabund: Die Harfenjule

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von Alfred Henschke

Verlag: Verlag die Schmiede | Jahr: 1927

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Kapitel 6

In der Stadtbahn.

Ein feiles Mädchen, schön und aufgetakelt, ihr gegenüber, grün und unbemakelt, ein Jüngling, dessen Hände sanft behüten zwei Veilchensträußchen in den Seidendüten. Sie sieht ihn an. Er lächelt traurig blöde: Mein Gott, wie wird das heute wieder öde bei Tante Linchen, die Geburtstag feiert. –

Die Dame hat sich nunmehr ganz entschleiert. Da ist er hingerissen, starrt ein Weilchen, und reicht ihr wortlos alle seine Veilchen. Nun hat er nichts, für Tante kein Präsent . . . Er wundert sich – das schöne Fräulein flennt: Und ihre blassen Tränen auf die blauen Märzveilchen wie Gelübde niedertauen.