← Zurück zur Startseite

Otto Ernst: Semper der Jüngling

von Otto Ernst

Verlag: L. Staackmann Verlag | Jahr: 1908

Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:

Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:

Wie verwende ich eine EPUB-Datei?
Kapitel 1

Otto Ernst

Asmus Sempers Jugendland

Otto Ernst: Semper der Jüngling

Schon trat aus ferner, tannendunkler Pforte
Der Schlaf hervor.
Schon raunte mir die ersten, leisen Worte
Der Traum ins Ohr.
Da klang von nahen Zweigen
Ein tiefer Freudenschall
Und klang getrost und stark durch Nacht und Schweigen.
In meinen Traum sang eine Nachtigall.

Ich ritt durch flimmerdunkle Waldesräume
Im Traum, im Traum.
Nur Fern, o fern, durch mitternächt'ge Bäume
Ein lichter Saum.
Doch horch: von jenen Röten
Ein süß geheimer Hall,
Ein weiches, tiefes, morgenstilles Flöten!
In meinen Traum sang eine Nachtigall.

Nun weiß ich auch, daß mir dieselbe Stimme
Von je erklang
Und mir das Herz in Kampf und Leidensgrimme
Voll Hoffnung sang.
Ein Land des Lichtes träumen
Wir armen Seelen all!
Ich aber höre Klang aus jenen Räumen:
In meinen Traum singt eine Nachtigall.

Book illustration

Inhalt:

Erstes Buch: Spiel und Arbeit
I. KapitelHandelt von Balladen und Präparanden, Gendarmen und hebräischen Handschriften, zum Glück auch von Präparandinnen.
II. KapitelWie Asmus im Vorhof der Pädagogik weilen durfte, wie er eine andere Religion bekam, auf den Spuren Aglaias wandelte und Herrn Rothgrün nicht hinaustrampeln wollte.
III. KapitelWie die Augen des Asmus die Jahrhunderte der Vergangenheit und wie sie die Dinge der lebendigen Welt sahen, und wie er darum mit diesen Augen zum Arzt mußte.
IV. KapitelAsmus befreit sich aus einem Hungerturm und studiert in einem Taubenschlag.
V. KapitelOb der Mensch schlafen muß oder nicht. Von stummer Liebe und von stygischen Gewässern.
VI. KapitelFortsetzung des Beweises, daß Asmus kein Bücherwurm, sondern ein Sklave irdischer Lust ist.
VII. KapitelWie Asmus sang, trank, lachte, weinte und prustete.
VIII. KapitelWarum Ludwig Semper nicht in den »Lohengrin« ging und Asmus mit einem Windhund verkehrte.
IX. KapitelEin Afrikaforscher, der nicht revanchelüstern ist.
X. KapitelAsmus als Königsmörder und Galeerensträfling, als Tasso und Petrarca. Er erneuert eine gewisse, für die Folge nicht unwichtige Bekanntschaft.
XI. KapitelWie Asmus plötzlich eine glänzende Karriere machte und dabei auf den Hund kam.
XII. KapitelAsmus ringt gewaltig mit einem Schüler wegen eines Frosches; er empfängt Rippenstöße, und der gewisse Seybold besteht das Examen.
XIII. KapitelFrühlings- und Ferienlust; Wiederauftreten des Herrn Morieux; ein längerer Blick der »Dame in Trauer«, ein Aufstieg ins Gebirge und ein Gärtner mit einer Schere.
Zweites Buch: Arbeit und Kampf
XIV. KapitelDer Gärtner beginnt, seine Schere zu handhaben.
XV. KapitelAsmus hört ein französisches Lied von deutschem Heimweh, gibt Privatstunden bei Lachtauben und Häschen und erhält sein erstes Dichterhonorar.
XVI. KapitelHandelt von sonderbaren Studenten und von einem unvergleichlichen Architekten.
XVII. KapitelDas Schicksal führt uns zu wunderlichen Tischgenossen.
XVIII. KapitelWie Asmus schlafwandelte und die Gedankenwelt des Herrn Quasebarth auf den Kopf stellte.
XIX. KapitelAsmus klagt sich wegen schwindelhaften Bauens an und wird in Verruf erklärt.
XX. KapitelAsmus ist trotz seiner trüben Erfahrungen anderer Meinung als Schiller und verfällt in eine unglückliche Liebe.
XXI. KapitelWie Asmus eine bessere Liebe fand.
XXII. KapitelWie Asmus verlor, was er gefunden.
XXIII. KapitelAsmus als Verteidiger zweifelhafter Unschulden und Adolfine Moses als Seminardirektor.
XXIV. KapitelDie Bucklige lacht; aber die Schlanke macht es wieder gut. – Der Schiffbrüchige von Salas y Gomez als Mittler zwischen den Parteien.
XXV. KapitelWas eigentlich ein Bergfest ist, und warum Dr. Korn den ersten Toast bekam.
XXVI. KapitelMister Belly und der geheimnisvolle Zimmermann.
XXVII. KapitelHandelt von würdigen und unwürdigen Kollegen Mister Bellys.
XXVIII. KapitelEin Kapitel, in dem aber auch rein gar nichts geschieht und das der gewöhnliche Leser wütend überschlagen wird.
XXIX. KapitelAsmus hört eine feierliche Messe und zieht mit den Juden durch die Wüste, und Rebekka Semper hält Kant für überflüssig.
XXX. KapitelDas unlesbarste Kapitel des ganzen Buches: Asmus prügelt sich mit Kant und Spinoza und verrenkt sich mehrere Hüften.
XXXI. KapitelDer Mensch ist ein fliegender Holländer, und Asmus bekommt das Lampenfieber.
XXXII. KapitelSemper der Jüngling als Heldenvater und Liebhaber.
XXXIII. KapitelAsmus gibt fernere Beweise von seiner Dummheit, baut ein Schloß und eine Kirche und landet schließlich in einer Zelle.
XXXIV. KapitelBewegt sich zwischen Pestalozzi und Quasebarth.
XXXV. KapitelAsmus wird im Examen gepufft und getreten und ist unzufrieden, aber sehr glücklich.
Drittes Buch: Kampf und Liebe
XXXVI. KapitelWas für ein Mann Herr Drögemüller war und was für Lieder deutsche Kinder singen.
XXXVII. KapitelHerr Drögemüller als Einkassierer des Schicksals.
XXXVIII. KapitelSchon wieder gibt es einen Zusammenstoß.
XXXIX. KapitelIst teilweise im Kasernenstil geschrieben und belehrt uns durch die Güte des Herrn Schieß-Unteroffiziers, was für ein Mensch dieser Asmus Semper eigentlich ist.
XL. KapitelWas? hinkt der Kerl auf einem Fuß? Asmus lernt einen dummen und einen klugen Doktor kennen.
XLI. KapitelDie Schule am Wiesenhang.
XLII. KapitelDer Skat und die Metaphysik, das Billard und Emilia Galotti, Herr Strecker und die deutsche Treue, Herr Drögemüller und ein Krach.
XLIII. KapitelVon zweierlei Schulräten.
XLIV. KapitelZwei Briefe, und jeder ein Schlag.
XLV. KapitelWenn's kommt, dann kommt's in Haufen.
XLVI. KapitelAngetrunkene Einfälle, die bei jedem vernünftigen Menschen nur Kopfschütteln erregen können. Im übrigen ein Beweis, daß die Optimisten nicht immer Optimisten sind.
XLVII. KapitelAsmus wird stutzig und entsagt der sündigen Gewohnheit, aber mit Maß. Er erfährt eine überraschende Neuigkeit.
XLVIII. Kapitel»Wiederum tanzt eine Salome; wiederum heischt sie das Haupt das Johannes.« (Johannes Chrysostomos.)
XLIX. KapitelAsmus Semper wird streitsüchtig, wettet, lügt, vergreift sich an Goethe und benimmt sich feige.
L. KapitelDer Verfasser durchbricht aus Wut über seinen Helden die Kunstform.
LI. KapitelVon rauschenden Bächen im Winter.
LII. KapitelHilde verliebt sich in Semper den Älteren, bekennt sich zu Chamisso und entpuppt sich als eine alte Bekannte.
LIII. KapitelEnthält die Geschichte Hildens vom Marschall Davoust an bis zu Fräulein Paulsen.
LIV. KapitelAsmus ringt mit höheren Töchtern und besteht ein schweres Examen nur mangelhaft.
LV. KapitelZeichnet sich durch Kürze aus, die aber nicht Schuld des Verfassers ist.
LVI. KapitelEin längeres Kapitel, weil darin von einem Leuchtturm, einer Nachtigall, einem Kinde, einem Rosenberg und von noch einem Kinde berichtet werden muß.
LVII. KapitelFängt fröhlich an und endet traurig; das Schicksal fordert seinen Zoll.
LVIII. KapitelAsmus bekommt einen Preis, einen Wolfram und eine Weltanschauung, und da dies dem Verfasser genug dünkt, übrigens auch die Weltanschauung den Mann macht, so schließt er diese Geschichte eines Jünglings.

← Vorheriges Kapitel 1 / 59 Nächstes Kapitel →