Gedichte
MeistgelesenVerlag: J. G. Cotta'schen Buchhandlung
Wenn Sie das Buch lieber in der Hand halten möchten, können Sie es hier erwerben:
Oder laden Sie das Buch kostenlos als E-Book für Ihren E-Reader herunter:
Wie verwende ich eine EPUB-Datei?EPUB herunterladen
„Gedichte“ als E-Book für Ihren Reader.
Projekt Gutenberg unterstützen
Ihr Download startet.
Projekt Gutenberg lebt davon, dass Literatur frei zugänglich bleibt.
Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie, diese Bibliothek zu erhalten und weiter auszubauen.
Im Buch suchen
Freudelied.
Laßt das unfruchtbare Denken
In des Lethe Grund versenken,
Diese Feindin aller Lust;
Sie verscheuchet uns Hygieen,
Zwinget Hebe zu verwehen,
Machet kalt des Menschen Brust.
Fühlen laßt uns, einzig fühlen!
Grübelnd nicht das Blut uns kühlen,
Hemmen nicht der Freude Lauf;
Laßt uns immer Funken sprühen,
Ewig flammen, ewig glühen,
Jugend hört dann niemals auf.
Und mit grünen Thyrsusstäben
Springen wir durch's kurze Leben,
Daß es werde uns ein Fest;
Die Pokale sollen schäumen,
Schwingen zu den Himmelsräumen
Uns der Saft der Traube läßt.
Lasset nicht durch thöricht Streben
Freudlos schwinden unser Leben,
Nur die Gegenwart erfreut;
Vergebens sucht ihr gediegenen Sinn,
Er will euch niemals erscheinen,
Gerichtet ist alles auf leeren Gewinn,
Es möchte der Redliche weinen.
Gezählt wird nur, es wird verzählt,
Denn überall das Göttliche fehlt.
Auf diese Verheißungen nie mehr baut,
So lang jene Männer noch schalten,
Doch auf die Zukunft beharrlich vertraut,
Es lebet ein höheres Walten;
Ob häufig getäuscht auch Hoffnung entfiel,
Wird einstmals dennoch erreicht das Ziel.