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Gedichte

von Ludwig I. von Bayern

Verlag: J. G. Cotta'schen Buchhandlung

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Kapitel 109

I. Chor.

Schön ist das Leben in heiterer Jugend,
In dem Frühling des Lebens allein.
Schnelle enteilen die Tage der Blüthe,
Die der Liebe verfließen uns bald.
Kurz ist das Leben, gering nur an Dauer,
Trauernd in Qualen des Herzens verrinnt's,
Rosiges Alter genußlos verschwindet,
Kaum erschienen ist Jugend dahin.
Währendes Sehnen erfüllet die Seele,
Findet auf Erden Befriedigung nie;
Weg aus der Gegenwart druckenden Enge
Dringet der Geist in das ewige All.