Lafontaines Fabeln
MeistgelesenVerlag: Georg Bondi | Jahr: 1913 | Übersetzer: Ernst Dohm
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Nachwort
So hat die Muse mir, an klarem Bache lauschend,
In Göttersprache übersetzt,
Was so viel Wesen einst und jetzt
Sagen gewollt, mit der Natur die Stimme tauschend.
Dolmetsch verschiedner Völker, stellt'
Ich dar in meinem Werk sie redend, all' und jede;
Denn alles spricht in dieser Welt,
Und keinem ist versagt die Rede.
Wenn der für klüger sich, als ich ihn schildre, hält,
Mag jener, den ich hier einführt', mich treulos schelten,
Mag meine Dichtung auch nicht grad' als Muster gelten:
Den Weg zeigt' ich; es komme dann
Ein andrer her und leg' die letzte Feile an.
Der Musen Günstlinge, führt aus, was ich begonnen;
Ergänzt, worauf ich mich vielleicht nicht recht besonnen;
Um den Gedanken werft der Dichtung schillernd Kleid.
Doch, ach! ich weiß, daß ihr nur zu beschäftigt seid:
Indes nur sanften Schwungs die Muse mich beflügelt,
Hat Ludwigs Siegerarm Europa jetzt gezügelt;
Und Pläne führt er aus, erhaben, wie sie nie
Eines Monarchen Haupt entsprungen.
Der Musen Günstlinge, vor solcher Poesie
Beugt Zeit und Parze sich bezwungen.