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Hermann Conradi: Lieder eines Sünders

von Hermann Conradi

Verlag: Verlag von Wilhelm Friedrich | Jahr: 1887

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Kapitel 21

Herbst.

Der frischgedüngte Acker stinkt herüber,
Braunrotes Laub nickt über die Stackete,
Die letzten Astern kümmern auf dem Beete –
Und täglich wird der Himmel trüb und trüber.

Aus der Spelunke jagte mich das Fieber
Und warf auf meine Backen grelle Röte.
– – – – – – – – – – –
Wie sie heut' wieder brünstig küßte, flehte:
Ich möchte wiederkommen! Viel, viel lieber

Sei ihr die Nacht! . . . Denn wär' der Tag zu Rüste,
Dann sprängen heißer all die süßen Lüste
Und süßer sei das Indenarmenliegen! . . .
– – – – – – – – – – –

Der frischgedüngte Acker stinkt empörend, –
Doch ist sein Stunk nicht gerade unbelehrend:
Nur wer das Leben überstinkt, wird siegen!