Gustav Schwabs Gedichte
MeistgelesenVerlag: Verlag von C. Bertelsmann | Jahr: 1882
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Gesang der fliehenden Griechen von Parga.
Als ihre Stadt von den Engländern an die Türken übergeben ward.
Frei aus dem Neugriechischen.
1820
Männer.
Unser Schwert liegt auf der Erde
Wie ein ausgelöschter Blitz.
Fern vom unterjochten Herde
Birg uns, Meer, in deinem Sitz!
Aber, wenn wir nun zerschellen
Am verborgnen Felsenriff:
Laß uns deine bittern Wellen
Treiben an kein englisch Schiff!
In den Hafen würd es laufen,
An des Feindes Übermut
Unsre Leichen zu verkaufen,
Wie jetzt unser Haus und Gut!
Frauen.
Grüne Lorbeern, frische Rosen!
Nicht mehr werdet ihr gepflückt,
Nicht mehr unsre freudelosen
Häupter je mit euch geschmückt.
O ihr Vögel in den Hainen!
Bach! und Wind! Mit eurem Klang
Wird sich fürder nicht vereinen
Unsrer hellen Stimme Sang.
Ach, der Lieder Ton muß hassen,
Und der Blumen Überfluß,
Wer, wie wir, auf ewig lassen
Seiner Väter Boden muß.
Greise.
Ehre hat der Held Liassa
Nicht des Volkes Feind bezeugt,
Hat sein Haupt nicht vor dem Bassa,
Nicht vor dem Vezier gebeugt.
Bassa war die Feuerröhre,
Und das Schwert war ihm Vezier!
O Liassa! sieh und höre!
Deinem Beispiel folgen wir.
Unser Stamm soll sich zerstreuen,
Und auf des Gebirges Höhn
Wollen wir, wie alte Leuen,
Einsam in der Irre gehn.