Auf den Strömen der Welt zu den Meeren Gottes
MeistgelesenVerlag: Fritz Eckardt Verlag | Jahr: 1908
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So ist mein Lieb.
Sie ist nicht schön und dennoch schön genug,
Daß ich um sie mein armes Herz zerschneide,
Ich sag' nicht, daß sie lügt, doch so ist Trug
In ihrer Seele, daß ich stöhnend leide.
Ich sag' nicht, daß sie treulos; Untreu küßt
Wie Treue auch, wer will die Wurzeln trennen,
Wer will, was giftgezahnte Untreu ist,
Nicht wunderliche dunkle Treue nennen?
Sie ist nicht schön, ihr Lächeln ist voll Trug,
Treulos und treu, zum Spiel für leere Stunden,
Staub ist ihr Denken, Staub ihr höchster Flug –
Doch Leib und Seele hält sie mir gebunden.